Wahlschlappe für SPD: Enttäuschung über Wahl im Schatten von Erwin
VON ANNA WESOLOWSKI - zuletzt aktualisiert: 31.08.2008 - 23:07Gleich zwei Niederlagen musste Karin Kortmann am Sonntagabend einfahren. Die verlorene Oberbürgermeisterwahl und die geringe Wahlbeteiligung machten der SPD-Politikerin und ihren Kollegen ordentlich zu schaffen. Trotz aller Bemühungen gefasst zu bleiben, stand ihnen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Die SPD und Grünen hatten bis zur letzten Minute äußerst zuversichtlich gewirkt. Man hoffte auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ein knappes Ergebnis und dann möglichst noch zu Gunsten von Karin Kortmann. So der Tenor der Genossen vor der Bekanntgabe der Ergebnisse. Selbst die Kurfürstin von Jan Wellem persönlich alias Petra Kreuder hatte sich Rot-Grün sichern können, die noch einmal die Werbetrommel rührte. "Düsseldorf braucht eine starke, intelligente Frau an der Spitze." Am Ende jedoch vergebens. Die Düsseldorfer hatten sich für den CDU-Kandidaten Dirk Elbers entschieden.
"Selbst unsere schlimmsten Voraussagungen wurden noch einmal übertroffen", so Michael Köster, Vorstandsmitglied der Grünen. Da konnten die Spitze der SPD und der Grünen nur zustimmen. Auf der Suche nach Erklärungsgründen machte man schnell die Politik Erwins verantwortlich. Einige gingen sogar so weit, dass sie von einem regelrechten Erbfolge sprachen.
Am schlimmsten wirkte aber der Schock über die geringe Wahlbeteiligung nach. "Das ist ein Armutszeugnis für Düsseldorf", kommentierte Brita Böckmann. "Wenn die Wahl sogar überregional Beachtung fand, aber die Düsseldorfer es nicht für nötig hielten, ihre Stimmung abzugeben, müssen wir wohl daraus schließen, dass Politik nicht mehr interessiert." Laut Clara Deilmann und Roger Krempe ist das eindeutig eine Reaktion auf die bürgerfremde Politik, die bisher in Düsseldorf vorgeherrscht hat. "Bürgerentscheide wurden abgeblockt, da mussen wir uns nicht wundern, wenn sie sich dann nicht mehr engagieren wollen."
Trotzdem, aufgeben wollen weder die SPD noch die Grünen. Sie richten ihren Blick schon wieder auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr. "Sobald sich die Sache etwas gelegt hat, werden wir an unseren Konzepten feilen", erklärt Susanne Ott. Und zumindest eine zeigte sich am Ende des Abend wieder etwas optimistisch: Mona Neubauer. "Wir liegen über Bundestrend. Rot-Grün hat in Düsseldorf also Potenzial."
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