Feuer an der Kopernikusstraße: Er rettete seine Nachbarin
VON JULIAN KUTZIM UND ANDREAS PANKRATZ - zuletzt aktualisiert: 09.12.2009 - 08:18Düsseldorf (RPO). Ein schwerer Wohnungsbrand hat am Montagabend ein Mehrfamilienhaus erschüttert. Eine 20 Quadratmeter große Wohnung im vierten Obergeschoss an der Kopernikusstraße in Bilk brannte vollständig aus, deren 33-Jährige Bewohnerin erlitt eine lebensgefährliche Rauchvergiftung und wurde mit einem Rettungshubschrauber zum Uni-Klinikum Aachen geflogen. Über den Gesundheitszustand der Patientin geben die Aachener Ärzte derzeit keine Auskunft.
Dramatische Rettung
Bis die Frau in die Hände der Rettungskräfte kam, spielten sich in ihrer Wohnung und auch im Treppenhaus dramatische Szenen ab. Christian Jünger, Nachbar von der gleichen Etage, berichtet: "Ich hörte ein lautes Husten, habe mir zunächst aber nichts dabei gedacht und auch keinen Rauch bemerkt. Dann sah ich, wie andere Leute in unser Stockwerk stürmten."
Ein Mann im mittleren Alter aus einem benachbarten, zur Hinterseite liegenden Haus hat offenbar Rauch aus dem Fenster kommen sehen, alarmierte die Nachbarschaft und rannte selbst in die vierte Etage. Mehrere Nachbarn standen daraufhin vor der brennenden Wohnung und hörten Klopfgeräusche aus dem Inneren. Als Jünger realisierte, was los war, rief der 22-jährige Nachbar die Feuerwehr. Also mehrere Minuten, nachdem der Zeuge aus dem Nachbarhaus zum ersten Mal Rauch beobachtet hat.
Weil die Tür schon sehr heiß war, war ein Eindringen für die Hausbewohner nicht möglich. Erst ein Löschzug von der Feuerwache an der Hüttenstraße konnte die Tür unter Gewaltanwendung öffnen. Die junge Bewohnerin lag hinter dem Wohnungseingang bewusstlos auf dem Boden und schwebte laut Feuerwehrsprecher Heinz Engels in akuter Lebensgefahr. Der Einsatztrupp konnte die Schwerverletzte zwar wiederbeleben, sie blieb aber zumindest bis zur Notaufnahme in der Düsseldorfer Universitätsklinik bewusstlos.
Dort konnte die 33-Jährige jedoch nicht bleiben. Die für die Behandlung notwendige Sauerstoff-Überdruckkammer war in der Düsseldorfer Klinik in dem Augenblick nicht verfügbar, sodass die Patientin mit einem nachtflugtauglichen Helikopter in das nächstgelegene Krankenhaus mit der entsprechenden Ausrüstung gebracht werden musste. Diesen hatte der Disponent der Feuerwehr-Leitstelle bereits während des Rettungseinsatzes angefordert.
Das Feuer konnte die Feuerwehr schnell löschen und musste die Wohnung sowie den Hausflur mit Hochleistungslüftern vom Rauch befreien. Weil die Brandursache unklar ist, wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet. Die Bewohnerin der Wohnung war offenbar Nicht-Raucherin. Den Sachschaden schätzt die Feuerwehr auf mindestens 50 000 Euro.
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