CO2-Ausstoß gesunken: Erfolg für Klimaschutz
VON MICHAEL BROCKERHOFF - zuletzt aktualisiert: 04.09.2009 - 07:55Düsseldorf (RPO). Der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 ist in Düsseldorf innerhalb von zwei Jahren um sieben Prozent gesunken. Mit vielen Initiativen in der Industrie und bei Bürgern soll die Bilanz noch besser werden.
Die Zahlen des Klimaschutzberichtes stimmen die Stadtspitze hoffnungsfroh. "Von 2005 auf 2007 ist der Energieverbrauch und damit der Ausstoß des klimaschädlichen CO2 in Düsseldorf um sieben Prozent gesunken", erklärte Umweltamtsleiter Werner Görtz bei der Vorstellung des Zahlenwerks.
Für OB Dirk Elbers ist "damit die Stadt einen großen Schritt weitergekommen, ihr ehrgeiziges Ziel zu erreichen, bis 2012 zehn Prozent CO2 einzusparen. Für Gebäude und Einrichtungen der Stadt soll die Quote sogar 20 Prozent betragen." Dieser Erfolg sei aber nur möglich, wenn Stadt, Industrie und Gewerbe und Bürger helfen würden. Einige Beispiele für die Bemühungen:
ökoprofit: Eine Beratung von Firmen fürs Energie-Einsparen. "Dabei wurden bereits in vielen Betrieben Energieverschwender entdeckt und Lösungen erarbeitet", erklärte Umweltdezernentin Helga Stulgies. Zwar seien das oft kleinere Maßnahmen, aber die Vielzahl bringe den Erfolg. Unabhängig von dem Projekt steigere die Industrie aber die Energie-Effizienz, um konkurrenzfähig zu bleiben. Um etwa zehn Prozent sei der Energieverbrauch gesunken.
Haussanierung: Damit möglichst viele Eigentümer ihre Häuser energetisch sanieren, "haben wir als Anreiz ein Förderprogramm klimafreundliches Wohnen mit neun Millionen Euro bis 2011 aufgelegt", so Stulgies. Es sei noch Geld da für Zuschüsse Wärmedämmung oder neue Heizsysteme. Zudem unterstütze die Stadt ihre Wohnungsgesellschaft mit acht Millionen Euro fürs Energiesparen.
Energieberatung: Damit jeder Bürger Tipps zum Energiesparen im Alltag bekommt, unterstützt die Stadt Beratung in den Haushalten. Eine Bilanz zog gestern die Caritas im Umweltausschuss: Während eines Jahres gab es gut 1100 Beratungen, im Schnitt wurden die Energiekosten um 170 Euro gesenkt. Der geringere Verbrauch minderte den CO2-Ausstoß um 170.000 Tonnen.
Verkehr: Auf den Autoverkehr entfällt etwa ein Fünftel des CO2-Ausstoßes. Langfristig könne sich das nur ändern, "wenn sich Elektromobile durchsetzen", sagte Elbers. Die Stadt unterstütze dies.
Erneuerbare Energien: Die Stadt fördert Fotovoltaik. "Wir stellen Dächer für Anlagen zur Verfügung", so Görtz. Doch eine nennenswerte Steigerung des Anteils von Ökostrom sei nur möglich, wenn der saubere Strom von großen Anlagen außerhalb Düsseldorfs bezogen werde. Zudem würden Bauherren auf die Vorteile der Geothermie hingewiesen und Projekte von der Stadt unterstützt.
Als zu positiv sehen Umweltschützer den Bericht der Stadt. "Der Energieverbrauch der Industrie etwa sank vor allem wegen der Schließung der Glashütte", sagte Dirk Jansen, Geschäftsführer des BUND. Und auch der Autoverkehr müsse gedrosselt werden. Die Grünen kritisierten zudem, dass die Energiesparmaßnahmen in städtischen Gebäuden zu schleppend vorankommen würden.
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