Drogen unter Aufsicht: Erste Fixerstube öffnet am Mittwoch
zuletzt aktualisiert: 14.11.2006 - 14:50Die erste Fixerstube Düsseldorfs wird am Mittwoch an der Erkrather Straße eröffnet. Auf bis zu 5.000 Betroffene schätzen Gesundheitsamt und Polizei die Zahl der Heroin- und Kokainsüchtigen in Düsseldorf. Der Drogenkonsum findet in der Regel in der Illegalität statt und birgt hohe gesundheitliche Risiken. In der fixerstube können sich Süchtige ihre Drogen unter Aufsicht verabreichen sowie Beratungsangebote und Ausstiegshilfen in Anspruch nehmen.
„Die Düsseldorfer Suchtkrankenhilfe wird damit um einen wesentlichen Baustein ergänzt“, zeigte sich die FDP-Ratsfraktion einen Tag vor der Eröffnung zufrieden. „Sechs Jahre haben wir mit dieser unsäglichen Debatte vertan. Ich bin froh, dass sie zu Ende ist“, erklärte FDP-Ratsherr Martin Zeitz im Gesundheitsausschuss.
Viele NRW-Städte (Köln, Bonn, Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Essen, Münster und Wuppertal) verfügen bereits über eine Fixerstube. Im Dezember 2004 hatte der Rat der Stadt Düsseldorf nach mehrjähriger Diskussion die Einrichtung eines Drogenkonsumraums beschlossen. Träger der Düsseldorfer Einrichtung sind die Düsseldorfer Drogenhilfe und die Liga der freien Wohlfahrtsverbände.
Die Fixerstube will das Überleben der Süchtigen sichern, indem beispielsweise lebensbedrohliche Infektionen durch verunreinigtes Spritzbesteck verhindert wird. An elf Stunden am Tag können gleichzeitig bis zu acht Abhängige im Drogenkonsumraum ihren selbst mitgebrachten „Stoff“ spritzen oder rauchen. Vor Ort erhalten sie neues Spritzzubehör. Drei Mitarbeiter kontrollieren die Menge der Drogen und stehen für Notfälle bereit.
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