Leserreaktionen: "Erwin-Brücke" polarisiert
zuletzt aktualisiert: 07.08.2008 - 13:37Der Vorschlag, die Flughafen-Brücke nach dem verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin umzubenennen, stößt auf ein geteiltes Leserecho. Während die einen die Idee fast euphorisch begrüßen, äußern andere deutliche Kritik. Das ausgewählte Bauwerk sei unpassend, die Aktion verfrüht und übertrieben.
Zur Jubel-Fraktion zählt Stefan-Lehmer. „Das ehrt den erfolgreichsten Bürgermeister der letzten Jahrzehnte sehr“, meint er zu einer geplanten Erwin-Brücke. Man solle zusätzlich noch einen Platz nach ihm benennen, fordert er sogar „Wenn es ein Mensch verdient hat, dann Herr Erwin. Er hat uns sozial schwachen Menschen in Düsseldorf eine Zukunft gegeben“, ist Peter Machinek überzeugt. Erwin sei der bedeutendste Politiker, den die Stadt Düsseldorf je gehabt habe, schreibt Oliver Krings, „ganz Deutschland hat uns um ihn beneidet. Gut, dass man so eine Brücke nach ihm benennt.“
Erwin habe keinerlei Bezug zur Flughafenbrücke, kritisieren andere Leser. „Diese Brücke verbindet Meerbusch und Düsseldorf. Was hat Meerbusch mit Erwin zu tun?“, fragt sich Torsten Femers. Auch Alexandra Göres argumentiert, dass es „sicherlich ein Gebäude oder etwas anderes in Düsseldorf geben wird, was noch mehr mit Herrn Erwin verbunden ist als diese Brücke“. Ihr Vorschlag: nach der Umgestaltung des Jan-Wellem-Platzes solle man einen Teil in "Joachim-Erwin-Graben" umbenennen.
Andere Leser warnen vor übereiltem Aktionismus. „Bitte keine vorschnelle Namensvergabe!“, fordert Dirk Jürgensen. Erwin habe mit den Pfunden seiner Vorgänger gewuchert, als seien Hafen, ausgeglichener Haushalt, Uferpromenade sein Werk gewesen, Bürger und Politiker vor den Kopf gestoßen und demokratische Abläufe gern ignoriert. „An Erwin scheiden sich zu viele Geister“, findet er.
Erwin habe es schlicht nicht verdient, dass ein Bauerwerk nach ihm benannt werde, schreiben andere Leser. „Unter gar keinen Umständen sollte die neue Brücke Erwins Namen tragen“, sagt Manfred vom Hoevel, „bei Licht betrachtet jedoch ist es keine große Kunst, eine Stadt "schuldenfrei" zu deklarieren, nachdem man deren Tafelsilber verscherbelt hat.“ Von einer „aufgeblasenen Idee“ spricht Robert Jäger, Erwin sei als Lokalpolitiker außerhalb Düsseldorfs kaum bekannt gewesen.
Und manche machen sich einfach nur über die Idee lustig. „Wir sollten das Dorf in Erwindorf umbenennen“, schreibt Peter Schmitz und im gleichen Geiste meint ein anderer Leser: „Wenn die Brücke Erwin-Brücke heißt, fahr ich nur noch Fähre!“
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