Vor einem Jahr, am 20. Mai 2008, starb der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin. Wir zeigen Stationen seiner Amtszeit in Bildern.
1999 wird Erwin zum ersten Mal in das Amt des Oberbürgermeisters gewählt - in einer Stichwahl setzt er sich gegen die Amtsinhabern Marie-Luise Smeets (SPD) durch. Bei seiner Wiederwahl 2004 braucht Erwin keine Stichwahl mehr: Er holt auf Anhieb die absolute Mehrheit.
Eine seiner größten Leistungen: Seit September 2007 ist Düsseldorf schuldenfrei, als zweite deutsche Großstadt nach Dresden. Erwin gelingt es, neun Mal in Folge einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Die gute wirtschaftliche Lage der Stadt macht wieder mehr Investitionen möglich.
Erwin bringt viele Großprojekte auf den Weg. So auch den Bau der Düsseldorf Arcaden. Im April 2007 wird der Grundstein für das Einkaufszentrum gelegt, das einige Monate nach Erwins Tod, im Herbst 2008, eröffnet wird.
Der Bau der 650 Millionen teueren Wehrhahn-Linie ruft viele Kritiker auf den Plan. Doch Erwin setzt sich durch - und tut im November 2007 den ersten Spatenstich für den U-Bahn-Bau.
Im Mai 2004 mit Angela Merkel und Jürgen Rüttgers: Obwohl Erwin auch mit Kritik an der eigenen Partei nicht spart, zeigen sich die Bundespolitiker gern mit dem erfolgreichen Kommunalpolitiker.
Besonders wichtig ist es Erwin, die internationale Bedeutung der Stadt weiter auszubauen. Das gilt für den Flughafen ebenso wie für Düsseldorf als Messe-Standort.
Erwin holt viele Großveranstaltungen nach Düsseldorf - so auch den Ski-Weltcup. Auf diesem Foto aus dem Jahr 2002 testet er den Kunstschnee auf dem Burgplatz.
Er trägt auch dazu bei, dass die Bambi-Verleihung 2007 nach Düsseldorf kommt. Im Rathaus empfängt er bereits einen Tag vor der offiziellen Verleihung Schauspiel-Legende Sophia Loren.
Den Breidenbacher Hof will Erwin in neuem Glanz erstrahlen sehen. Dieses Fotos zeigt ihn bei der Grundsteinlegung für das Luxus-Hotel im August 2006. An der offiziellen Eröffnung des Breidenbacher Hofs kann Erwin nicht mehr teilnehmen: Er stirbt in der Nacht der Feierlichkeiten.
Erwin sieht Düsseldorf auch als Kunst-Metropole. Mit der Quadriennale erhebt er das Jahr 2006 zum Kunstjahr. Zum Auftakt verleiht er den Kunstpreis an den US-amerikanischen Konzeptkünstler Bruce Naumann (Foto). Die nächste Düsseldorfer Quadrinnale steht 2010 an.
Bei Brauchtumsveranstaltungen feiert Erwin als Oberbürgermeister mit. Unser Foto zeigt ihn beim Fassanstich des Schützenfest 2007.
Düsseldorf als Sportstadt liegt Erwin am Herzen. Ende 2001 beschließt der Stadtrat auf Initiative des Oberbürgermeisters den Bau der LTU-Arena. Der Entwurf sieht ein schließbares Dach und 51.500 Sitzplätze vor. Auch hier hat Erwin mit Widerständen zu kämpfen: Fortuna spielt zu dieser Zeit nur in der Regionalliga und braucht keine so große Arena. Als einziger Profiverein trägt in der Anfangszeit Rhein Fire seine Spiele in dem Stadion aus.
Doch Erwin schwebt in der Planungsphase größeres vor: Er hofft, dass in der Arena Spiele der Fußball-WM 2006 ausgetragen werden. Unser Foto zeigt ihn bei einer Besichtigung der Baustelle mit DFB-Präsident Mayer-Vorfelder im Juni 2004. Am Ende spielten die WM-Kicker doch nicht in Düsseldorf.
Ehrgeizige Pläne: Auch die Olympischen Spiele 2012 wollte Erwin nach Düsseldorf holen - das Vorhaben scheiterte jedoch schon in der deutschen Vorauswahl. Dennoch trägt Erwins Engagement viel dazu bei, Düsseldorf auch als Sportstadt bekannt zu machen.
Seinen letzten großen Sieg erringt Erwin am 13. April 2008: Eine Bürgerinitiative gegen den Verkauf des Grundstücks Jan-Wellem-Platz scheitert wegen zu geringer Beteiligung.
Damit ist der Weg für das Großprojekt Kö-Bogen frei, den der international bekannte Architekt Daniel Libeskind gestalten wird.