Prominente plaudern in der Kö Galerie: Erwin, Völler und Elstner beim Kö Talk
zuletzt aktualisiert: 19.11.2004 - 10:30Düsseldorf (dto). "Menschen, die was zu sagen haben und sich nicht im Dschungel rumtreiben" möchte Paul Spiegel bei seinem Kö-Talk einladen. Ein Vorsatz, der sich bei der Premiere des 1. Kö-Talks am Donnerstagabend erfüllte. Mit Rudi Völler, der in seiner Talkrunde den ersten öffentlichen Auftritt nach dem Rückzug als Nationaltrainer wagte, gab es ein erstes Highlight. Zu ihm in die Runde gesellten sich TV-Produzent Frank Elstner und Oberbürgermeister Joachim Erwin.
Die Sitzreihen waren gut gefüllt und an den Treppengeländern schauten Passanten der Kö-Galerie neugierig in die Halle von Mayr's Restaurant auf die Bühne. Dort empfing der Chefsprecher der Tagesschau und Moderator Jan Hofer seine Gäste, die in der Tat etwas zu sagen hatten. Da wurde über Politik und Fernsehen geplaudert, über Sport und Promis und auch über die Knutscherei von Berlin Oberbürgermeister Wowereit und Dschungelkönigin Desiree Nick.
Aber es wurde auch ernster. OB Erwin sprach von der Kommunalwahl und dem verlorenen Kampf um das Medienzentrum bei der Fußball WM 2006. "Da sind Entscheidungen getroffen worden, die später bereut werden", so Erwin. Auf seine Krebserkrankung angesprochen, reagierte er gewohnt kämpferisch: "Das Amt des Bürgermeisters ist der schönste Job und mein Jungbrunnen. Aus den vielen Veranstaltungen schöpfe ich die Kraft die ich brauche."
Ex-Nationaltrainer Rudi Völler hatte am Donnerstag seinen ersten offiziellen Auftritt und musste sich natürlich den Fragen zu seinem Ausraster im Fernsehen bei Waldemar Hartmann, seinen Plänen für die Zukunft und zur letzten Europameisterschaft stellen. "Ich hatte das Gefühl, es bei der EM als Trainer besser gemacht zu haben als bei der letzten WM, wo wir beinahe Weltmeister geworden wären", so Völler. "Aber man wird nicht an der eigenen Leistung als Trainer gemessen, sondern nur am Ergebnis."
Auf Hofers Frage, was denn schief gelaufen sei, sagte Völler das, was man schon oft gehört hat. "Es sind manchmal nur Kleinigkeiten, wenn einer gegen den Pfosten statt ins Tor schießt, verliert man eben." Wegen einer Sache bräuchten man sich jedoch nie Sorgen machen. "In Deutschland wird es nie an der Fitness liegen, dass wir ein Spiel verlieren".
Seinen Ausraster im Interview bei Waldemar Hartmann nach einem verlorenen Spiel bedauert er immer noch. "Das war nicht in Ordnung und ich habe später darunter gelitten." Der Rücktritt nach der EM sei aber unumgänglich gewesen, da er ein erfolgsorientierter Mensch sei und man konsequent sein müsse. Allerdings war Völler davon ausgegangen, dass Ottmar Hitzfeld sein Amt übernehmen würde. "Hätte ich gewusst, wie chaotisch die Trainersuche ablaufen würde, hätte ich gewartet", so Völler. Nach dem Rücktritt bei AS Rom als Trainer will er jetzt erstmal eine Ruhepause. "Ich bin nicht ausgelaugt, aber ich brauche Zeit um Abstand von den letzten Monaten zu bekommen."
Die überwiegend geladenen Gäste verfolgten mit großem Interesse die Gespräche, die ein gut vorbereiteter Jan Hofer führte. Nur die Tonprobleme führten insbesondere am Anfang zu Verständnisproblemen. Da kam sogar der Verdacht auf, dass "Verstehen Sie Spaß"- Moderator Frank Elstner seine Finger im Spiel habe könnte. Der winkte aber lachend ab. Erst vor ein paar Stunden habe er einen Prominenten reingelegt und er warte seitdem auf den Anruf von ihm und dem Satz, dass er nicht böse sei. Und zu Völler sagte: "Ich kann Deinen Ausraster absolut nachvollziehen. Bitte Rudi, raste noch einmal aus!"
Elsner, der in seier Jugend unter dem Pseudonym Christian Cord (er trug gerne Cordhosen) auf der Bühne stand, hat eine enge Beziehung zu Düsseldorf. Hier führte er als Chef von Radio Luxemburg die Expansion des Senders durch. Und auch die erste Sendung von "Wetten Dass" ging aus der Düsseldorfer Messe über den Sender.
Auch wenn er "Verstehen Sie Spaß" moderiert, sieht er sich vor allem als TV-Produzent, der TV-Formate entwickelt. Er sehe auch seine Ablösung als Moderator bei einigen Sendungen durch Jüngere als rein unternehmerische Entscheidung. Gottschalk habe er jedoch selbst als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Auf Max Schautzer angesprochen, der vor einigen Monaten aus seiner Sendung kurzfristig entlassen und durch einen deutlich Jüngeren ersetzt wurde, reagierte Elstner gelassen. "Ich glaube, Max hat ein wenig überreagiert, ich bin auch über 60 und mir wurde im selben Sender die Moderation von "Verstehen Sie Spaß" angeboten."
Auf diese Aussage kann Schautzer vielleicht bald an selber Stelle reagieren. Moderator Hofer kündigte an, ihn dazu selbst zu befragen. Am 6. Januar soll der nächste Kö-Talk stattfinden und danach regelmäßig einmal im Monat.
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