Frohes Fest: Es weihnachtet schon
VON HANS HENDRIK FALK - zuletzt aktualisiert: 17.10.2010 - 09:27Düsseldorf (RPO). Konditor Heinemann wartet aus Tradition bis Allerheiligen, bevor er sein Weihnachtsgebäck verkauft. Im Supermarkt und im Kaufhaus gehören Zimtsterne und Tannenbaumschmuck schon Anfang Oktober zum Angebot. Ein Trendsetter ist das Dekogeschäft Arthur Platz.
Dieses Weihnachtsfest wird bunt. Wer sich davon einen Eindruck verschaffen möchte, braucht nur einen Blick ins Schaufenster des Deko- und Kostümgeschäfts "Arthur Platz" in der Altstadt zu werfen. Kugeln in Knallgelb, Quietschgrün, Blau, Lila und Rot zu Kränzen geformt oder vom künstlichen Tannenzweig baumelnd, umgeben von bizarr anmutendem Weihnachtsbaumschmuck, schrill verzierten Fischfiguren mit Glitzerschmollmund und rosa Hüten. Pünktlich zum 1. Oktober eröffnet Inhaberin Gisela Lorenz jedes Jahr das Weihnachtsgeschäft. Acht Wochen vor dem ersten Advent.
So deutlich, unübersehbar, fast blendend präsentiert kein anderes Geschäft in der Stadt im Schaufenster seine Weihnachtsartikel. Doch ein Blick ins Ladeninnere vermittelt das Gefühl, dass das Weihnachtsfest kurz bevorstünde – zehn Wochen vor Heiligabend! In Supermärkten und Kaufhäusern stehen die Weihnachtsartikel schon bereit. Nicht in den Mengen, wie sie im Dezember das Bild der Regale und Schaufenster prägen werden, aber bereits geschickt platziert.
Weihnachtsmarkt 2010
Am 18. November beginnt dieses Jahr der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt in der Innenstadt.
Bis zum 23. Dezember hat der Markt rund um die Königsallee täglich von elf bis 20 Uhr (sonntags bis donnerstags) und bis 21 Uhr (freitags und samstags) geöffnet. Am Totensontag, 21. November, bleibt er geschlossen.
Beim Konditor Heinemann ist es hingegen unvorstellbar, acht Wochen vor Advent den Stollen und die Zimtsterne ins Regal zu stellen. Darauf weisen Schilder in den Filialen der Traditionskonditorei hin: "Da sind wir doch sehr altmodisch, Weihnachtsgebäck gibt es bei Heinemann erst kurz vor Allerheiligen."
Petra Müllegans, Leiterin der Heinemann-Filiale an der Bahnstraße erklärt: "Unsere Waren sind frisch. Wir müssten unsere Produkte mit Konservierungsstoffen behandeln, so wie industriell zubereitete Waren." Doch weder das wolle man, noch im Spätsommer das Weihnachtsfest einläuten. "Das passt nicht zu unserer Philosophie", so Müllegans. Mit dem Schmücken werde aber schon nächste Woche begonnen,
Anders beim Konditor Leysieffer auf der Königsallee. Wer es schon jetzt nicht mehr ohne Zimtsterne und Lebkuchen aushält, der kann sich dort in kulinarische Weihnachtsstimmung bringen. Die Mitarbeiter haben schon vor zwei Wochen die ersten Dominosteine und Spekulatius in die Auslagen gelegt. Ins Auge fällt das Weihnachtsgebäck aber noch nicht. Es ist dezent platziert. Adventskränze mit rot und weißen Hinweisschildern sucht der Weihnachtsfan vergeblich. Noch überwiegt dort deutlich das Angebot Adventszeit-unabhängiger Süßwaren. Der Anteil an weihnachtstypischen Speisen werde dort aber von Woche zu Woche bis Heiligabend gesteigert, erklärt die Filialleitung.
Dass das Fest der Liebe naht, bezeugt ein Besuch beim Geschäft für Tischkultur von Villeroy und Boch an der Königsallee. Ein Tisch, gedeckt mit Weihnachtskeramik, ist hier schon im Eingangsbereich aufgebaut. An der Wand hinter der Kasse hängen drei Bilder mit weihnachtlichen Motiven. "Wir haben Ende September mit dem Verkauf von Weihnachtsartikeln begonnen", erklärt Filialleiter Thorsten Bußmann. Im Gegensatz zu Lebensmitteln müssen Teller, Eierbecher und Tassen schließlich nicht konserviert werden. Im Prinzip könnte man die das ganze Jahr verkaufen. "Aber das wollen wir niemandem zumuten", sagt Bußmann.
Zurück geht es über die Königsallee wieder in die Altstadt, zu Arthur Platz. Noch immer liegt kein Schnee auf der Straße. Zum Glück hat Inhaberin Gisela Lorenz auch noch an "Feiertage" gedacht, die etwas kürzer bevorstehen. Wenn sich der Kunde durch ihre Weihnachtsartikel gewühlt hat, landet er schließlich vor einem Regal weiter hinten: Dort liegen Plastikkürbisse und Sensemannkostüme. Richtig: erst Halloween – dann Weihnachten.
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