Insolvenz: Escada bangt um Fortbestand
VON SONJA SCHMITZ - zuletzt aktualisiert: 13.08.2009 - 07:40Düsseldorf (RPO). Das Modeunternehmen ist insolvent. Die Beschäftigten der Filiale an der Kö und die Kunden fürchten um das erst vor einem Jahr eröffnete Haus. Interessenten für den begehrten Standort gibt es bereits.
Erst vor knapp einem Jahr war Escada in das neu errichtete Geschäftsgebäude an der Königsallee 18 eingezogen. Die Lage an der Ecke zur Theodor-Körner-Straße ist eine der meistbeachteten Standorte auf der Edelmeile überhaupt. "Die Königsallee in Düsseldorf ist unser wichtigster Standort.
Hier ist es wirklich schön, hier stimmt das Modeumfeld, und wir haben die schönste Ecke", schwärmte bei der offiziellen Eröffnung des Geschäfts Holger Schmidt, der bei Escada für das Düsseldorfer Geschäft zuständig ist.
Eickhoff: zu viele Wechsel
Nachdem die Geschäftsführung von Escada angekündigt hatte, noch in dieser Woche Insolvenz anzumelden, ist die Zukunft des Geschäfts an der Königsallee ungewiss. Vom Unternehmen wollte gestern dazu niemand Stellung nehmen. "Ich bedaure außerordentlich, dass es wahrscheinlich zum Insolvenzantrag kommen wird", sagt Albert Eickhoff, Chef des Modehauses Eickhoff an der Kö, der die beiden Gründer Margaretha und Wolfgang Ley gut gekannt hat.
Die Gründe für den Niedergang der Marke liegen seiner Meinung nach bei den zuletzt sehr häufigen Wechseln der Designer und in der Größe der Firma. "Wenn eine Modefirma eine weltweite Größenordnung hat, ist sie nicht mehr so leicht zu steuern." Falls die Rettung von Escada nicht gelingt, ist Eickhoff überzeugt, dass sich problemlos an dem Standort ein hochkarätiger Mieter finden wird.
Das bestätigt auch Florian Haeffs, Geschäftsführer bei der Beraterfirma Haeffs auf der Kö, die mit der Vermietung des Objekts betraut ist. "Wir haben reichlich Anfragen." Seitdem Gerüchte über eine bevorstehende Insolvenz kursieren, melden sich bei der Firma, die die Vermietung des Geschäftshauses betreut, Interessenten. "Wir stehen in engem Kontakt mit Escada und sind zuversichtlich, dass das Geschäft weiter geführt wird", stellt Haeffs aber auch klar.
Vor dem Geschäft diskutierten gestern auch Manfred und Ursula Klein über die Zukunft von Escada. Das Düsseldorfer Ehepaar zählt zu den treuen Kunden der Münchner Modefirma. "Wir würden uns freuen, wenn die Marke weiter bestehen würde. Das ist hier eine sehr schöne Ecke geworden", sagt Manfred Klein. Zusammen mit den Nachbarn Tiffany, Bogner und anderen exklusiven Geschäften habe die Kö in letzter Zeit dazugewonnen.
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