Deal perfekt: Esprit ist Namensgeber für Arena
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 17.03.2009 - 08:03Düsseldorf (RPO). Das Ratinger Modeunternehmen tritt ab Juli die LTU-Nachfolge an. Es soll dem Vernehmen nach knapp jährlich 800.000 Euro für die Namensrechte zahlen. Ein Zuschussgeschäft wird die Multifuktionsarena für die Stadt dennoch bleiben, machte Gisela Piltz (FDP) deutlich.
Wenn ein Name Fortuna Düsseldorfs sportlichen Aktivitäten Flügel verleihen könnte, wäre einem um den Fußball-Drittligisten nicht bange. So konnte sich Gisela Piltz (FDP), die Aufsichtsratsvositzende der Arena, gestern nicht den Hinweis auf ihre Hoffnung ersparen, dass mit dem neuen Namen für die Sportstätte in Düsseldorfs Norden ein neuer Geist Einzug halte, der die Leistungen der Fortunen beflügle. Noch allzu frisch waren die Erinnerungen an das uninspirierte Gekicke am Samstag, als gegen die dezimierten Gäste aus Aue kein Tor gelang, und die Düsseldorfer im Kampf um den Aufstieg in die Zweite Liga einen Rückschlag hinnehmen mussten.
Esprit und Modestadt – das passt
"Esprit"-Arena heißt die Multifunktionsarena ab 1. Juli, und das für die kommenden fünf Jahre – und vom Namenswechsel erhoffen sich die Verantwortlichen auch, dass die Kritik der ersten Jahre an den Kosten verstummt oder zumindest leiser wird. Denn nach der Eröffnung im Januar 2005 mit einem Grönemeyer-Konzert wurde schnell offenkundig, dass die Arena für die Stadt ein Zuschussgeschäft werden würde. In den beiden ersten Jahren musste die Stadt mehr als 16 Millionen Euro zuschießen, weil das Stadion nicht kostendeckend arbeitet. Und auch gestern ließ Gisela Piltz keinen Zweifel daran, dass sich daran grundlegend nichts ändern werde: "Wir müssen uns nichts vormachen, Schwarze Zahlen wird die Arena nie schreiben."
Aber das war in der allgemeinen Zufriedenheit nur eine Randnotiz. Oberbürgermeister Dirk Elbers sagte, Esprit sei ein globales Unternehmen, deshalb passe es zur Internationalität Düsseldorfs und zur "weltweiten Strahlkraft der Arena". Esprit zeige zudem seine enge Verbundenheit mit Düsseldorf und der Region. Darüber hinaus passe Esprit auch bestens zur Modestadt Düsseldorf. Die Entscheidung zugunsten des Ratinger Unternehmens ist im Aufsichtsrat übrigens einstimmig gefallen, ergänzte Piltz.
Details über das Vertragswerk wurden gestern nicht genannt. Dem Vernehmen nach zahlt Esprit aber jedes Jahr knapp 800 000 Euro an die Arena-Betreibergesellschaft. Der Vertrag soll für fünf Jahre gelten. Die Sponsoringsumme erhöht sich auf 900 000 Euro, falls Fußball-Drittligist Fortuna Düsseldorf in die Zweite Liga aufsteigt (derzeit steht die Mannschaft auf Platz 3 in ihrer Liga). Bei einem Erstliga-Aufstieg wäre eine Million fällig.
Esprit-Chef Heinz Krogner sagte, die Arena sei für Esprit eine Herzensangelegenheit. Sie symbolisiere am Standort Düsseldorf mit ihrem "einmaligen sportlichem und kulturellem Engagement", wofür Esprit steht: Frische, Jugend, Spontaneität und Sportivität. Thomas Grote (Esprit-Geschäftsführung) sagte, er freue sich, dass es im zweiten Anlauf geklappt habe. Vor fünf Jahren, als LTU die Namensrechte erhalten hatte, sei sein Unternehmen "zu schläfrig und zu langsam" gewesen. Wunschkandidat des verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin war seinerzeit ohnehin Henkel gewesen.
Die Neuverhandlungen über die Namensrechte waren ein Jahr früher als geplant erforderlich geworden. Air Berlin-Chef Hunold, der die LTU gekauft hatte, zeigte kein Interesse, die Namensrechte zu übernehmen. Dem Vernehmen nach soll er angekündigt haben, dass die Fortuna finanziell davon profitieren werde, falls er frühzeitig aus dem Sponsoring-Vertrag aussteigen könne.
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