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Neue Spielzeit mit Theater-Stars: Eva Mattes singt Heines Loreley

VON LESLIE BROOK - zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 - 07:54

Düsseldorf (RPO). Bruno Ganz und Nina Hoger – in der neuen Spielzeit kommen prominente Schauspieler in den Robert-Schumann-Saal. Bei ihren Auftritten verbinden sie Musik und Text. Zudem gibt es eine neue Jazzreihe – und ein Wiedersehen mit Dirigent Alexander Shelley.

Schauspielerin und Sängerin Eva Mattes gestern in Düsseldorf.  Foto: RP, Thomas Bußkamp
Schauspielerin und Sängerin Eva Mattes gestern in Düsseldorf. Foto: RP, Thomas Bußkamp

Lässig hat Eva Mattes ihre Beine übereinandergeschlagen und sich auf dem grauen Bühnensofa zurückgelehnt. Gerade erst ist sie in Düsseldorf angekommen, in einer Stunde geht es schon wieder zurück nach Hause in die Hauptstadt, mit dem Zug, vier Stunden Fahrt. Die Schauspielerin trägt an diesem Nachmittag im Robert-Schumann-Saal schwarze Turnschuhe, dazu eine rote Jacke und schwarze Stoffhose – die perfekte Reisekleidung. "Ich wollte mein Programm gerne selbst vorstellen", sagt sie mit dieser unverkennbar dunklen Stimme. Und schon ist es, als lausche man einem ihrer Hörbücher, Filme oder Theaterstücke. Aber dieses Mal verkörpert sie keine der großen Frauenrollen auf der Bühne, nicht Maria Stuart und nicht Almas Mutter in "Mahler auf der Couch". Dieses Mal ist sie einfach Eva Mattes, eine der größten deutschen Schauspielerinnen, die von ihrem Gefühl bei Auftritten erzählt. "Lampenfieber ist eine Art von Todesangst, die Angst, Fehler zu machen. Ich versuche, das alles in Hingabe umzuwandeln. Wie ein Bergsteiger, der den 6000-oder 8000-Meter-Berg erklimmen will. Es ist so schön, dass man es nicht lassen kann."

Zwei Konzerte mit Studenten

Der szenische Liederabend mit Eva Mattes und ihrem Quartett am Sonntag, 31. Oktober, im Robert-Schumann-Saal ist einer der Höhepunkte derneuen Spielzeit. Doch schon der Auftakt am Donnerstag, 2. September, mit "Jazz trifft Tango", einer ungewöhnlichen Begegnung mit der WDR Big Band, macht deutlich, dass es längst nicht der einzige bleiben wird.

Eckart Schulze-Neuhoff hat ein umfassendes und abwechslungsreiches Programm entworfen. Es sind zwei neue Reihen hinzugekommen: "Zweiklang! – Wort und Musik" und die "Jazzreihe". Die Stiftung gibt seit der vergangenen Spielzeit auch einen Zuschuss für Eigenveranstaltungen. Dieses Geld soll genutzt werden, um einerseits den musikalischen Nachwuchs der Stadt zu fördern und andererseits musikalische Grenzen zu überschreiten und so ein neues Publikum für Klassik zu gewinnen.

So gibt es in dieser Spielzeit gleich zwei Konzerte mit Studenten der Robert Schumann Hochschule. Die beiden Reihen "440Hz" und "erstKlassik!" werden fortgesetzt. Das Schumann Camerata unter Leitung von Alexander Shelley trifft bei "440Hz" auf Sopranistin Simone Kermes . In der Reihe "erstKlassik!" stehen vier Konzerte auf dem Programm: das Schumann Quartett (28. November und 8. Mai), Singer Pur mit weihnachtlicher Vokalmusik (26. Dezember) und das Klavierduo Sara Koch und Karla Haltenwanger (6. Februar).

Neben Eva Mattes finden sich weitere prominente Namen im Spielplan. Bruno Ganz liest am 10. April Gedichte von Rilke, Eichendorff, Hesse und Andersen. Die lyrischen Klänge untermalt das Delian Quartett musikalisch. Ein ähnliches Zusammenspiel aus Wort und Musik bietet am 13. März ein Abend mit Schauspielerin Nina Hoger. Dazu singt Sopranistin Frauke-Maria Thalacker. Sie wird begleitet von Tobias Krampen am Klavier.

Sonntags, 17 Uhr – ein Großteil der Veranstaltungen im Robert-Schumann-Saal finden exakt zu diesem Zeitpunkt statt. "Wir haben mit diesem Termin gute Erfahrungen gemacht", sagt Schulze-Neuhoff. "Er liegt günstig zwischen Kaffeetrinken und Tatort-Schauen." Viele der Veranstaltungen seien in der vergangenen Spielzeit gut besucht gewesen.

Wenn das Museum Kunstpalast im September zur Quadriennale die Nam-June-Paik-Ausstellung eröffnet, soll im benachbarten Schumann-Saal ein Begleitprogramm stattfinden. Dazu gehören Videos und Filme ehemaliger Paik-Studenten der Kunstakademie, Vorträge und ein Symposion.

Das schönste Kompliment spricht Eva Mattes dem Leiter des Robert-Schumann-Saals aus: "Ich würde fast nach Düsseldorf ziehen wollen, ob dieses schöne Programm sehen zu können." Sie habe das Gefühl, auch mit ihrem Liederabend – ein musikalischer Streifzug durch die kosmopolitische Geschichte Berlins – in Düsseldorf "sowas von richtig" zu sein. "Mein Liederabend beginnt mit Heines Loreley" und soll mit einem Volkslied des Publikums gemeinsam mit der singenden Schauspielerin abschließen. "Die Musik bringt einen noch weiter, noch höher und noch tiefer – sie vereint alles."

Quelle: RP

 
 
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