Prozess: Ex-Fortune betrügt Arbeitsamt
zuletzt aktualisiert: 18.03.2009 - 08:33Düsseldorf (RPO). Am liebsten wäre einem 40-jährigen Ex-Fortuna-Fußballer gestern eine gelbe Karte gewesen. Doch stand der Profi-Kicker diesmal nicht vor einem Schiedsrichter, sondern vor einem Amtsrichter.
Und es ging nicht um eine Rempelei, sondern um einen groben Gesetzesverstoß: Wegen Betruges war gegen den Sportler nämlich eine Bewährungsstrafe von acht Monaten verhängt worden. Sein Protest war immerhin erfolgreich. Das Gericht begnügte sich zuletzt mit einer Geldstrafe.
Im ersten Halbjahr 2006 hatte der Fußballer fast 12.000 Euro Arbeitslosengeld erhalten – obwohl er damals wieder für einen Oberligisten spielte. "Mir tut das leid, ich bereue es, ich war immer ein rechtschaffener Mensch", machte der Angeklagte gleich reinen Tisch.
Weil er nach teils gut dotierten Spielerverträgen aber 2006 kaum noch einen Verein fand, habe er beim Oberligisten eine ganz kleinlaute Vereinbarung unterschrieben: Statt Spielergehalt gab's 500 Euro pro Spiel (250 Euro, wenn er eingewechselt wurde) plus 50 Euro pro Punkt plus 200 Euro Fahrtkosten.
Der Spieler sah ein: "Es war nicht richtig von mir. Ich hätte es beim Arbeitsamt angeben müssen." Inzwischen habe er alle Beträge aber zurückgezahlt ("Ich hab' mir das Geld auch von meiner Mutter geliehen"), gab sich reuig und einsichtig. "Das war keine Bagatelle", rügte der Amtsrichter. Weil der Spieler aber bisher unbescholten war, wurde die Bewährungsstrafe in eine Geldstrafe von 6000 Euro (120 Tagessätze) umgewandelt. "Das wird weh tun", so der Richter. Immerhin ist der Angeklagte nun Spieler-Trainer in der Bezirksliga mit 1500 Euro netto.
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