Oliver Wittke: Ex-Minister mochte Düsseldorf
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 13.02.2009 - 07:32Düsseldorf (RPO). Oliver Wittke, bis vor wenigen Tagen in der Landesregierung für Bauen und Verkehr zuständig, hatte eine besonders enge Beziehung zur Landeshauptstadt: Sein Ministerium half dem Flughafen, er sorgte für mehr Zuschüsse bei der Wehrhahn-Linie und lobte Düsseldorf als Boom-Town.
Wittke, Ex-Oberbürgermeister von Gelsenkirchen und neuerdings Ex-Verkehrsminister, hatte mit Joachim Erwin vor allem eines gemeinsam: Beide hatten im Herbst 1999 die Wahl gewonnen. Wobei der Sieg des CDU-Mannes Wittke im tiefroten Pott die größere Sensation war. Allerdings hatte auch Erwin wenige Wochen vor der Wahl im Oktober 1999 keiner allzu große Chancen eingeräumt, denn am Rhein saß die SPD ebenfalls lange fest im Sattel.
Wittke und Erwin taten sich nach der Wahl recht schnell und oft zusammen – die einander nicht unähnlichen Typen mochten sich, jedenfalls meistens. Ab und zu knallte es aber auch: Allzu groß war das Ego beider. Unterm Strich hat sich diese Beziehung für Düsseldorf allerdings gelohnt. Vor allem, weil Wittke – der 2004 gegen den SPD-Kandidaten wieder verlor – von Jürgen Rüttgers als Minister für Bauen und Verkehr ins Kabinett geholt wurde.
U80-Zusage weiter bindend
Eine der letzten Wohltaten Wittkes: Er machte der bürgerlichen Mehrheit Düsseldorfs vor wenigen Wochen die Zusage, beim Bau der neuen Messeumfahrung U 80 könne man auf Zuschüsse des Landes hoffen. Das war natürlich keinesfalls eine persönliche Gefälligkeit, sondern alles im Rahmen der entsprechenden Vorschriften.
Aber dennoch war die Hilfe des Ministers förderlich. Die Zusage ist übrigens weiter bindend: Das Projekt erfüllt die Bedingungen für solche förderungswürdigen Bauvorhaben, sagte gestern der zuständige Beigeordnete Werner Leonhardt, man könne mit ca. 55 Millionen Euro Zuschuss rechnen und werde die nun auch beantragen.
Bereits bei der Wehrhahn-Linie hatte sich die Nähe zu Wittke als gewinnbringend erwiesen: Er half im August 2007 dabei, die Landes- und Bundeszuschüsse für den Bau der Röhre von 381 Millionen auf 421 Millionen Euro zu erhöhen. Für die Stadt ein wichtiges Signal, denn seinerzeit war gerade klar geworden, dass die Jahre alten Kostenkalkulationen für den Bau längst überholt, die Preise stark gestiegen waren.
Auch den Flughafen unterstützte Wittke und sein Ministerium nach Kräften: Im November 2005 erlaubte das Ministerium eine seit langem geforderte Kapazitätserweiterung und schuf damit die Basis für eine Ausweitung der Flugbewegungen. Gegen diesen Entscheid klagten zwar mehrere Nachbarn (auch Kommunen), aber unterm Strich hatte Wittkes Beschluss Bestand.
Wittke ließ sich auch gern in der Landeshauptstadt blicken: Sei es nächtens auf dem Flughafen, wo er mit großem Medienspektakel Koffer schleppte und sich den Betrieb ansah, sei es bei der Grundsteinlegung fürs Maritim-Hotel in Airport City im Januar 2006. Dort lobte der frühere Oberbürgermeister Gelsenkirchens Düsseldorf als Boom-Town und versprach, die Dynamik der Stadt weiter zu beflügeln.
Ärger mit Düsseldorf gab's aber auch: Noch zu seinen OB-Zeiten war Wittke daran beteiligt, dass das Football-Team Rhein Fire heftig mit Schalke flirtete und dort auch ab April 2003 spielte. Aber nur bis zur Fertigstellung der LTU-Arena.
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