Schwarz will Staatsanwalt helfen: Ex-Sparkassenchef: Ich bin sauber
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 21.02.2009 - 10:19Düsseldorf (RPO). Hans Schwarz ist aus seinem Asien-Urlaub zurückgekehrt und sagt der Staatsanwaltschaft seine Unterstützung bei der Aufklärung der Umstände um den Berater-Vertrag für den Kölner Ex-Bürgermeister Josef Müller zu.
Die Rückkehr aus dem mehrwöchigen Asien-Urlaub hat sich Hans Schwarz angenehmer vorgestellt. Das bereits vor knapp zwei Wochen in Niederkassel zugestellte Schreiben der Staatsanwaltschaft nahm dem ehemaligen Chef der Stadtsparkasse den letzten Zweifel, dass er ins Visier der Kölner Ermittler geraten ist.
In der Domstadt spielt der Krimi um das Zustandekommen dubioser Beraterverträge für Kommunalpolitiker in der Hauptsache, in Düsseldorf jedoch sollen Schwarz und der vor wenigen Tagen abberufene Geschäftsführer der Sparkassentochter Equity Partners, Carsten Schmeding, an einem nicht unbedeutenden Kapitel mitgeschrieben haben.
"Ich habe nichts getan, was der Stadtsparkasse geschadet hat", verteidigte sich Schwarz gegen den Anfangsverdacht der Beihilfe zur Untreue. Das laufende Verfahren verbiete ihm zwar, sich in der Sache öffentlich zu äußern, er werde das aber tun, wenn er klarer sehe. "Ich will das geklärt haben und sage der Staatsanwaltschaft meine volle Unterstützung zu."
Was war passiert? Während Schwarz in Vietnam unterwegs war, hatten sich die Kölner Staatsanwälte bei ihren Ermittlungen zum dortigen Sparkassen-Klüngel auch auf die Spur des Ex-Bürgermeisters Josef Müller (CDU) begeben. Der ehemalige Postbote soll auf dem Umweg über Düsseldorf einen Beratervertrag, angeblich ohne Gegenleistung, erhalten haben. Vertragspartner zwischen 2001 und 2003 war die Düsseldorfer Sparkassentochter S-Kapitalbeteiligungsgesellschaft (SKGB).
Das mit Müller vereinbarte Honorar stellten die Düsseldorfer der Stadtsparkasse Köln umgehend in Rechnung. So gesehen ist der Stadtsparkasse Düsseldorf wohl tatsächlich kein materieller Schaden entstanden. Der Image-Schaden für das Geldinstitut ist vor dem Hintergrund der noch nicht abgeschlossenen Affäre um die Millionen-Kreditvergabe an Franjo Pooth jedoch immens. Dass der damalige SKGB-Geschäftsführer Carsten Schmeding den Vertrag für Müller unterschrieben hat, ist unstrittig.
Angeblich soll Schwarz ihn dazu gedrängt haben, um seinem damaligen Kölner Kollegen Gustav-Adolf Schröder einen Gefallen zu tun. Die Staatsanwaltschaft wird beide zu genau diesem Punkt und zu der Frage der Gegenleistung für das 300 000 Euro-Honorar anhören – und gleichzeitig prüfen, ob die Angelegenheit nicht schon verjährt ist. Oberstaatsanwalt Feld: "Wir haben noch keine Erkenntnisse."
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