Düsseldorf: Existenzangst bei Hauptschulen
VON GÖKÇEN STENZEL - zuletzt aktualisiert: 14.11.2009Düsseldorf (RPO). Die Schulform wird bei Eltern unbeliebter, an einigen Standorten gehen die Anmeldezahlen seit Jahren zurück. Im Schulausschuss am Dienstag wird es um die Frage gehen, ob die Stadt alle ihre Hauptschulen halten kann.
Die Leiter der Düsseldorfer Hauptschulen und Vertreter der Schulpolitik haben sich gestern getroffen, um über die Lage der Schulen zu beraten. Von einer konkreten Schulschließung war dabei zwar nicht die Rede, doch hängt das Wort wie ein Damoklesschwert über mindestens zwei Schulen: Sie haben rückläufige Anmeldezahlen und bangen jedes Jahr um die beinahe magische 18. So viele Schüler müssen angemeldet sein, damit eine Eingangsklasse gebildet werden kann. Eine Schule hat derzeit nur 17 Schüler im Jahrgang 5.
"Wir hören von Problemen"
Zwar kommen erfahrungsgemäß im Laufe des Jahres so genannte Rückläufer von Real- und Gesamtschulen hinzu, "das ist jedoch kein Argument", so Schulrätin Martina Nussbaum. "Wenn die 18 nicht erreicht wird, muss der Rat beschließen, was passieren soll: Er kann die Schule schließen, sie auslaufen lassen oder mit einer anderen zu einer Verbundschule zusammenführen."
Genau um diese Frage wird es am Dienstag im Schulausschuss gehen. Die Grünen wollen die aktuellen Schülerzahlen wissen und haben angefragt, ob die Gefahr von Schulschließungen droht. "Wir hören von Problemen bei den Anmeldezahlen und von nicht öffentlichen Gesprächen", so Clara Deilmann (Grüne) auf RP-Anfrage. "Wenn wir aber eine verstärkte Diskussion haben, sollten wir sie öffentlich und transparent führen." Auch wolle man erfahren, ob es bereits eine "Verwaltungsmeinung" gebe.
Genau die gibt es nach Angaben von Klaus-Peter Vogel, Sprecher der Hauptschulrektoren, bisher nicht. "Soweit wir wissen, gibt es keine offizielle Position der Verwaltung zu der Frage möglicher Schließungen. Wir bewegen uns im Bereich der Spekulationen." Eines steht allerdings fest: Kommen die Hauptschulen auf den Prüfstand, werden auch die vier städtischen Gesamtschulen genauer unter die Lupe genommen. Deren Schülerschaft soll sich zu je einem Drittel aus Schülern mit Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialempfehlung zusammensetzen.
"Ich weiß aber, dass diese Parität nicht gegeben ist", so Sylvia Pantel (CDU), stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses. "Wenn die Hauptschüler in einer Eingangsklasse eindeutig überwiegen, handelt es sich de facto um eine Hauptschule, und die Eltern werden mit dem Etikett ,Gesamtschule' an der Nase herumgeführt", so Pantel. Die Ratsfrau macht sich für den Erhalt von Hauptschulen stark, aber sie sagt auch: "Wenn die Anmeldezahlen so gar nicht stimmen, können wir auch nicht mehr viel tun."
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