Stadtmuseum zeigt junge Designer aus aller Welt: Expedition zum Planet Mode
VON MAIKE SCHULTE - zuletzt aktualisiert: 23.06.2005 - 17:16Düsseldorf (dto). Bustiers aus Brotkörben, Kleider aus dicken Wollzöpfen oder durchsichtigem Plastik– die Trends, die an den Modeschulen dieser Welt entsteht, sind nicht unbedingt markttauglich. Das wollen sie auch gar nicht sein, denn egal ob sie in Paris oder der Mongolei arbeiten, die jungen Designer interessiert vor allem eins: sich auszudrücken, meint Eva Gronbach, Gastkuratorin der neuen Ausstellung des Stadtmuseums „Generation Mode – Expedition zu den Modeschulen der Welt“. Rund 80 Exponate hat sie nach einer sechsmonatigen Reise um den Globus bis zum 25. September nach Düsseldorf gebracht.
Die ausgewählten Designer sind im Schnitt nicht älter als 25 Jahre. Alle sind mit Mobilfunk, Mail und MTV aufgewachsen. Und in Zeiten globaler Kommunikation glauben sie daran, entdeckt und ein Star zu werden, berichtet Kuratorin Gronbach. Davon zeugen nicht zuletzt die Porträts der jungen Kreativen, die sich nicht verstecken, sondern mit ihrer Mail-Adresse zum weltweiten Austausch einladen.
Allen globalen Trends zum Trotz zeigt sich gleichzeitig auch ein großes Bewusstsein der lokalen Kultur, stellte die Kuratorin nach ihrer Reise in Sachen Mode fest. So verarbeiten die Nachwuchsdesigner in Ulan Bator, der Hauptstadt der Mongolei, Filz, ein Material, das sonst für die Erstellung von Jurten verwendet wird. In Usbekistan stürzen sich die Designer auf die traditionellen Seidenstoffe und machen etwas völlig Neues daraus. Großen Erfindungsreichtum zeigt auch eine junge Modeschöpferin aus dem Senegal. Sie fabriziert Bustiers aus handelsüblichen Brotkörben.
Um die Vielfalt der ausgestellten Kleidungsstücke hervorzuheben, hat das Stadtmuseum die Exponate alphabetisch nach den Städtenamen geordnet. „Die Unterschiede treten so deutlicher hervor“, meint Museumsdirektorin Susanne Anna. Die Palette der kreativen Brutstätten ist lang und reicht von den bekannten internationalen Schulen in Antwerpen, Berlin, Brüssel, London, Mailand, Paris, New York und Tokio hin zu ‚exotischen’ Schauplätzen in Afrika (Casablanca, Kairo, Dakar, Nairobi), Asien (Taschkent, Ulan Bator, Bangkok, Delhi und Schanghai), Australien (Sydney) und Neuseeland (Auckland).
Die Schau ist die erste Zusammenarbeit der Modemesse-Gesellschaft Igedo mit dem Stadtmuseum. Sie begleitet die weltgrößte Modemesse CPD und das 50-jährige Bestehen der Schuhmesse GDS. Der Vorsitzende der Igedo-Geschäftsführung, Frank Hartmann, lobte die künstlerische Kreativität der jungen Modedesigner. "Mode geht weit über den wirtschaftlichen Aspekt und Absatzmarkt hinaus. Hier geht es um ein Medium, das berührt und Menschen zu ihrem persönlichen Ausdruck verhilft."
Ergänzend zur Ausstellung sind in Düsseldorf Gesprächsforen und Workshops in Zusammenarbeit mit Geschäften und Ateliers der Kö geplant. Dazu werden Modeexperten aus aller Welt erwartet.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag und Sonntag 11.00 bis 20.00 Uhr, Freitag und Samstag 11.00 bis 24.00 Uhr, Montag geschlossen)
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