Im Rheinufer-Tunnel erwischt: Fahrer zweifelt Blitzer-Technik an
VON BIRGIT WANNINGER - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 07:35Düsseldorf (RPO). Ein BMW-Fahrer wurde im Tunnel zweimal geblitzt. Dagegen will sein Rechtsanwalt vor Gericht Einspruch einlegen, denn die Uhren waren nicht aufeinander abgestimmt. Die Verwaltung spricht von einem Einzelfall.
Der Rechtsanwalt des BMW-Fahrers, der zweimal im Rheinufertunnel geblitzt wurde und zweimal zur Kasse gebeten wird, bezweifelt, dass bei der Versendung der Knöllchen alles rechtens gewesen ist. Henrik Momberger, Fachanwalt für Verkehrsrecht, will auf jeden Fall Einspruch gegen das Bußgeldverfahren seines Klienten einlegen und vor Gericht "erhebliche Mängel" nachweisen.
Fünf Minuten für zwei Kilometer
Auf dem Weg durch den Rheinufertunnel stadtauswärts soll sein Mandant am 2. Oktober um 18.18 und um 18.23 Uhr geblitzt worden sein. Fünf Minuten hatte der BMW-Fahrer angeblich für die zwei Kilometer lange Durchfahrt gebraucht.
Zu diesem zeitlichen Durcheinander war es gekommen, weil die Uhren der neuen, 400.000 Euro teuren Geräte an den ersten Tagen nicht aufeinander abgestimmt waren, wie die Stadtverwaltung zugab. Das Synchronisieren geschah erst vier Tage später.
Deshalb erkennt der Jurist Momberger die Uhrzeit nicht an. Und da sein Mandant nicht gemerkt hat, dass er geblitzt wurde (passiert aus Sicherheitsgründen, damit die Autofahrer im Tunnel nicht geblendet werden), bestünden eine ganze Reihe Zweifel an der Richtigkeit.
Die Stadt sieht das ganz anders. Die neue Radaranlage arbeite perfekt. "Die Geräte sind korrekt geeicht. Sie erfassen perfekt die Geschwindigkeit und sind über jeden Zweifel erhaben", erklärte gestern Stadtsprecher Manfred Blaczyk.
Das Ordnungsamt hatte den Fehler im Fall des BMW-Fahrers bereits eingestanden. "Da ist uns einer durchgegangen", hieß es gestern. Aber von weiteren Fällen sei nichts bekannt. Immerhin werden nach Angaben des Leiters der Verkehrsüberwachung, Norbert Preiwuß, rund 30 Prozent der Temposünder doppelt geblitzt, weil sie konstant zu schnell durch den Tunnel gefahren sind.
Verwaltung: Nur einmal zahlen
Seit 1. Oktober sind die Sensoren und Kameras geschaltet. In jeder Röhre wird zweimal gemessen. Die Stadtverwaltung hatte schon vor der Inbetriebnahme zugesagt, wenn jemand im Tunnel zweimal geblitzt wird, müsse er nur wegen einer Verfehlung zahlen, und zwar für die schwerer wiegende. "Dazu stehen wir auch weiterhin", betont Manfred Blaczyk. Er ist überzeugt, dass der BMW-Fahrer eine Ausnahme bildet. Weitere Fälle seien im Hause nicht bekannt, "Und wer zahlt schon ohne Not zweimal", merkte er an.
In der Bußgeldstelle kontrollieren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Knöllchen und legen Doppelungen eines Vergehens zur Seite. Seit im Tunnel geblitzt wird, hat sich die Zahl der Verkehrsdelikte erhöht, und die Stadt verdient nicht schlecht daran. Aber es war nicht notwendig, neue Mitarbeiter einzustellen, um die Knöllchen zu sondieren. "Unsere Bußgeldstelle funktioniert", sagt Blaczyk.
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