Düsseldorf - eine familienfreundliche Stadt? (1): Bäder: 10.000 Euro für Sauberkeit
VON LENA STEEG - zuletzt aktualisiert: 12.07.2012 - 17:03Düsseldorf (RPO). Die Düsseldorfer Schwimmbäder halten sich an strenge Hygienevorschriften und bieten Familien ein breites Kursangebot. Die Aufsichtspflicht für planschende Kinder liegt bei den Eltern. Sie sollten ihre Kinder deshalb auf den sicheren Badespaß vorbereiten.
In einer neuen Serie stellt die RP Düsseldorf auf den Prüfstand. Mit der Hilfe von Experten beantworten wir die Frage: Wie familienfreundlich ist unsere Stadt? Zum Auftakt geht es dafür in die Düsseldorfer Schwimmbäder. Einige Leser hatten sich dort um die Sicherheit ihrer Kinder gesorgt. Die befragten Experten geben Entwarnung: Wer einige Tipps beherzigt, kann das große Planschen in Düsseldorf bedenkenlos genießen.
Für Schwimmbäder gilt in Deutschland die so genannte Verkehrssicherungspflicht. Das heißt, dass die Betreiber allmorgendlich bei einem Betriebsrundgang ihre Bäder auf scharfe Kanten, abgesplitterte Fliesen, rutschige Stellen und lose Ansauge-Gitter überprüfen müssen. Dafür ist in der Stadt die "Bädergesellschaft Düsseldorf“ verantwortlich. "Täglich müssen Wasserkreislauf, Chlorgehalt und die so genannte Keimtötungsgeschwindigkeit überprüft werden“, sagt Karl-Josef Oberländer, der für die Bädertechnik zuständig ist. In Düsseldorf werde zum Schutz der Besucher dabei so wenig Chemie wie nötig, aber eben auch so viel wie nötig eingesetzt. "Der Chlorgehalt liegt in unseren Bädern bei 0,4 Milligramm pro Liter. 0,3 wären die untere Grenze, in anderen europäischen Ländern liegt der Gehalt teilweise bei zwei Milligramm“, so Oberländer. Zum Hautschutz gerade der jungen Besucher sei auch der ph-Wert auf neutrale 7 bis 7,2 Prozent eingestellt. "Die Werte werden automatisch überprüft und reguliert, trotzdem kontrollieren wir sie täglich.“ Zudem müsse den Schwimmbecken pro Badegast 30 Liter Frischwasser zugeführt werden. Etwa alle zwei Jahre werde das Wasser komplett erneuert.
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"Alle drei Monate kommt ein externes Hygieneinstitut und entnimmt Wasserproben und leitet sie an das Gesundheitsamt weiter“, sagt Oberländer. "Wenn da was nicht stimmt, würden uns die Behörden den Laden sofort dichtmachen. Das ist in unserer Geschichte aber noch nie passiert“, versichert der Experte. Die Kosten für die Prüfungen trage die Bädergesellschaft selber. Bei rund 20 Anlagen im Stadtgebiet koste sie das pro Jahr mehr als 10 000 Euro.
Doch Sauberkeit alleine schützt nicht vor allen Gefahren im Wasser. "Die Eltern haften trotz der Bademeister selber für ihre Kinder“, sagt Michael Weilandt von der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. Dabei gehe es vor allem darum, den Kindern so früh wie möglich die grundsätzliche Angst vor dem Wasser zu nehmen, damit sie auch in unerwarteten Situationen nicht panisch reagieren. Kurse dafür gibt es in Düsseldorf zuhauf. Beispielsweise im "Düsselstrand“, wo Eltern und Kindern rund 1300 Quadratmeter Wasserfläche zur Verfügung stehen. Je nach Nutzung sind die Becken dort zwischen 28 Grad (Sportbecken) und 32 Grad (Planschbecken) warm.
Gestaffelt ist das Angebot im "Düsselstrand“ in Gruppen für Babys ab drei und 12 Monaten und für Kleinkinder ab drei, vier und fünf Jahren. Für den Nachwuchs fällt eine Gebühr von 2,60 Euro an, die Eltern zahlen nach Tarif, wochentags zwischen 10 und 13.30 Uhr für eineinhalb Stunden beispielsweise 4,40 Euro. Dreimal in der Woche werden diese offenen Kurse für je zwei Stunden angeboten. "Weil es kein festes Programm gibt, können die Eltern jederzeit einsteigen. Einer unserer Schwimmtrainer zeigt ihnen dann einfache Übungen, die ihr Kind langsam an das Wasser heranführen und auch die Eltern-Kind-Beziehung stärken“, sagt Kursleiterin Romina Walterowicz. Sollten sich mehr Eltern anmelden, könnte das Angebot jederzeit durch einen zweiten Trainer erweitert werden.
Auch in anderen Anlagen der "Bädergesellschaft Düsseldorf“ werden Baby- und Kinderschwimmkurse angeboten. In den meisten Fällen kostet das 10er-Abo für jeweils ein Elternteil mit Kind 58 Euro. Kurse für Kinder ab vier Jahren finden zwei- bis dreimal wöchentlich statt. 15 Einheiten kosten in Bädern wie dem Gartenhallenbad Unterrath und dem Hallenbad Benrath etwa 92,50 Euro.








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