Düsseldorf: Familienfest-Stimmung beim Ski-Weltcup
VON ELENA WAGNER - zuletzt aktualisiert: 04.12.2011 - 15:35Düsseldorf (RPO). Der Sonntagmorgen stand unter besseren Vorzeichen als der verregnete erste Tag des Ski-Weltcups. Die Jubiläumsausgabe zog bei besserem Wetter in Düsseldorf viele Zuschauer an. An den Ständen herrschte reger Betrieb und die Rennen werden lautstark angefeuert.
Am Sonntag herrschte Familienfeststimmung auf dem Ski-Weltcup am Rheinufer. Die vielen Krachmacher und Fähnchen nutzten die Besucher schon bei den spannenden Halbfinalläufen eifrig. Besonders laut wurde es, als das später disqualifizierte deutsche Team in Führung liegt.
Deutsche disqualifiziert
Eine Disqualifikation, zwei Stürze und viele Plätze im hinteren Mittelfeld: Die deutschen Skilangläufer haben auch beim Heim-Weltcup in Düsseldorf den Befreiungsschlag verpasst. Hanna Kolb und Denise Hermann sorgten am Sonntag mit Platz zehn im Teamsprint noch für das beste Resultat, nachdem am Samstag im Einzel die erhoffte erste Top-10-Platzierung des Winters ausgeblieben war.
Tiefpunkt des Wochenendes war der Ausschluss von Jens Filbrich und Josef Wenzl (Frankenhain/Zwiesel) am Sonntag. Wenzl hatte im Halbfinale mit einem Spurwechsel seinem russischen Konkurrenten behindert und so einen Sturz verursacht. "Diese Entscheidung war nicht gerechtfertigt. Die Aktion war klar vor dem Zielkorridor", sagte Bundestrainer Jochen Behle: "Auch wir Deutschen haben hinten keine Augen."
Wenzl beteuerte seine Unschuld
Auch Wenzl beteuerte seine Unschuld. "Ich bin hart gelaufen, aber nicht unfair. Der Sturz war mit Sicherheit nicht meine Absicht", sagte der 26-Jährige. FIS-Renndirektor Jürg Capol verteidigte die Entscheidung. "Man muss so weit vorne sein, dass man dem anderen nicht über die Ski fährt", sagte der Schweizer. Den Sieg holten sich die Schweden Jesper Modin und Teodor Peterson.
Im Frauen-Finale der besten zehn Teams war für Kolb und Hermann nur der letzte Platz drin. "Im Halbfinale haben wir uns gut geschlagen. Danach sind uns aber die Kräfte ausgegangen", sagte Kolb, während Hermann über "fehlende Frische" klagte. Platz eins ging an Mari Eide und Maiken Caspersen (Norwegen).
Viel Pech hatten die DSV-Starter auch am Samstag in den Einzelrennen. Kolb sorgte mit Platz elf für das beste Resultat, ein Sturz am Start verhindert ein besseres Resultat. "Ich bin mit dem Stock an der Bindung hängengeblieben. Das ist ziemlich ärgerlich", sagte Kolb, die im Ziel von Behle getröstet werden musste. Zuvor war Lucia Anger (Oberstdorf) ebenfalls nach einem Sturz ausgeschieden. Für die Männer war spätestens im Viertelfinale Schluss, auch Sprintspezialist Wenzl erfüllte mit Rang 17 die hohen Erwartungen nicht.
"Unglaublich viel Spaß hier in Düsseldorf"
Das schlechte Wetter am Niederrhein sorgte besonders am Samstag für einen klaren Zuschauerrückgang. Trotz Partystimmung rund um die Strecke und dem Weihnachtsmarkt um die Ecke kamen deutlich weniger als die erhofften 200.000 Fans. Die Sieger von Samstag waren dennoch begeistert "Es macht unglaublich viel Spaß hier in Düsseldorf", sagte die US-Amerikanerin Kikkan Randall, der Norweger Ola Vigen Hattestad sprach von einem "unglaublichen Gefühl".
Auch auf dem Burgplatz war einiges los. Die Stände, die am Samstag noch einsam im Regen lagen, waren Sonntag Anlaufpunkt für viele Familien. "Ein gemischtes Publikum, wie es heute hier zu finden ist, war unser Ziel.", sagte Sebastian Bäsken vom Organisationsteam "Allrounder". "Natürlich könnte das Wetter noch besser sein, aber bis jetzt bin ich zufrieden. Wir wollten den Besuchern Spaß bieten und mit den kostenlosen Kinderattraktionen Familien anlocken".
Bis zum Abend steht noch einiges auf dem Programm, viele Leute machen bei ihrem Weihnachtsmarktbesuch noch einen Abstecher zum Rheinufer.
Mehr Infos zum Ski-Weltcup und den Läufen am Samstag finden Sie in unserem Special.
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