Krokodilzucht im Aquazoo: Ferdinand soll Stumpfi gefallen
VON BEN VERHOEVEN - zuletzt aktualisiert: 24.03.2009 - 08:16Düsseldorf (RPO). In der Tropenhalle im Aquazoo geschehen derzeit umfangreiche Veränderungen. Außer vier Australien-Krokodilen ist auch Stumpfkrokodil Ferdinand gerade erst eingezogen.
Der Regenwald beginnt direkt hinter der Glastür: Statt winterlicher acht Grad und Regen erwarten die Besucher in der Tropenhalle des Aquazoos 25 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent.
Ferdinand fühlt sich bei diesem Klima pudelwohl. Das Stumpfkrokodil kam vor gut drei Wochen aus dem Zoo von Ústí nad Labem (Tschechien) nach Stockum. Es soll Krokodildame Stumpfi Gesellschaft leisten, vielleicht auch mehr. "Ferdinand kam vor allem für die Zucht zu uns", sagt Zoopädagoge Elmar Finke.
"Arterhaltung und Züchtung sind heute die Hauptaufgaben eines Zoos." Erst mal müssen sich die Reptilien aber aneinander gewöhnen und dürfen sich nur von weitem, durch eine hölzerne Trennwand, beschnuppern. Nach etwa vier Wochen versucht der Zoo dann ein erstes "Rendezvous". Sollten sich die beiden Stumpfkrokodile verstehen, werden sie sich zukünftig ein Gehege teilen. Falls nicht, wird einige Wochen später ein zweiter Versuch der Zusammenführung unternommen.
Neue Krokodile aus Frankfurt
Unsicherheit herrscht unter den Pflegern, wie Stumpfi auf ihren neuen Artgenossen reagieren wird. Die 28-jährige Krokodildame lebt seit mehr als einem Jahr allein in ihrem Gehege. Vor 24 Jahren kam sie aus privater Haltung nach Stockum. Nachdem der fast sechzigjährige Hechtalligator "Hechti" Anfang des Jahres starb, war sie sogar das einzige Krokodil im Aquazoo.
Diese Zeiten sind vorbei: Seit etwas mehr als einer Woche wohnen auch vier Australien-Krokodile in der Tropenhalle. Die etwa zwei Jahre alten Jungtiere kommen aus dem Frankfurter Zoo. "Wir haben sehr gute Beziehungen zu vielen Zoos in Europa", sagt Elmar Finke. "So ist ein Austausch der Tiere möglich, um den Besuchern neue Tiere zeigen und Inzucht bei der Züchtung vermeiden zu können." Wenn sie in einigen Jahren zu "gestandenen Kerlen" herangewachsen sind, sollen die vier Australier an den Main zurückkehren.
In das Gehege zwischen den Stumpf- und Australien-Krokodilen sind fünf Zwergotter eingezogen. Durch eine Glasscheibe können Besucher die Tiere nun beim Spielen im Wasser beobachten. Die Otter übernehmen das Gehege der angriffslustigen Panzerkrokodile, die wegen einer Länge von fast vier Metern eine Bedrohung für Besucher und Pfleger darstellten und weggegeben wurden.
"Krokodile können so hoch springen, wie sie lang sind", erklärt Finke und zeigt auf das Geländer. "Die niedrige Brüstung wäre bald kein Hindernis mehr gewesen." Das letzte Gehege in der Nachbarschaft werden in naher Zukunft Papua-Warane beziehen.
Stumpfkrokodil Ferdinand wird sich bis dahin wohl längst eingelebt haben. Ob es zwischen ihm und Stumpfi funken wird? Elmar Finke ist optimistisch: "Es wird Frühling. Eigentlich müsste es klappen!"
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