Ausstellung über das Fernsehen: Fernsehzeit im Düsseldorfer Filmmuseum
zuletzt aktualisiert: 23.07.2004 - 13:17Düsseldorf (dto). Das Glottertal ist für viele mehr als nur ein Urlaubsort. Hier haben wir mit Professor Brinkmann um die Genesung seiner Patienten in der Schwarzwaldklinik gebangt. In Dallas verfolgten wir die Intrigen von J.R., mit Manfred Krug lösten wir Mordfälle, während wir Familie Schölermann unters Sofa geguckt und mit Familie Beimer in der Lindenstraße Weihnachten gefeiert haben. Seitdem vor 50 Jahren die ersten bewegten Bilder im Fernsehen zu sehen waren, ist das Fernsehen aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Das Filmmuseum widmet der Flimmerkiste nun eine Ausstellung.
Unter dem Titel "Feierabend, Fernsehzeit" lässt ab Samstag eine Sonderausstellung 50 Jahre TV-Geschichte Revue passieren. Zu sehen sind rund 150 exemplarische Ausschnitte aus Fernsehsendungen der letzten fünf Jahrzehnte - von Serienklassikern, Shows, Krimis und Ratgebersendungen bis hin zu häufig wiederholten Filmklassikern.
Wie keine andere Freizeitbeschäftigung gehört das Fernsehen wie selbstverständlich zu unserem Leben. Fast alle deutschen Haushalte haben mindestens ein Fernsehgerät, drei Stunden sitzen die Deutschen im Durchschnitt vor der Glotze. Seit dem Startschuß am 25.12.1952. hat das Fernsehen Kino, Theater, Oper und Literatur verdrängt.
Heute ist das Fernsehen Unterhaltung, Information und Geschichte, zeigt Spielfilme, Serien, und Comedy, liefert Bilder aus dem Weltall, bringt täglich Nachrichten oder übertragt Hochzeiten aus den Königsfamilien oder wie 1963 den Berlin-Besuch des US-Präsidenten John F. Kennedy. Unvergessen der Moment, als Lady Diana bei ihrer Hochzeit "Yes" flüsterte. Unvergessen aber auch Klaus Kinski, der in Talkshows gerne aus der Rolle fiel oder die ersten Live-Bilder aus dem Big-Brother-Haus, die mit großem Bedenken der Kulturkritiker gesendet wurden.
An 19 Monitoren können die Besucher der Ausstellung rund 150 Bildausschnitte aus 50 Jahren Fernsehen verfolgen. Das Filmmuseum will der Frage nachgehen, was Fernsehen ist, wie seine Entwicklung verlaufen ist und wie es sich inhaltlich und ästhetisch verändert hat. Die Filmsequenzen werden ergänzt durch Fotos, Plakate und Werbeobjekte.
Als exemplarische TV-Dekoration findet der Besucher eine Wohnzimmerecke aus dem Dauerbrenner "Lindenstraße". Auch dem Fernseher als Wohnzimmermöbel gibt die kurzweilige Ausstellung Raum. Alte Modelle aus den 1950er Jahren mit mondänen Namen wie "Landgraf" und "Zauberspiegel" erinnern an die Anfänge der "Glotze". Ziel der Schau ist es nach Veranstalterangaben, das Medium als "kollektives Gedächtnis" der Gesellschaft vorzuführen.
Die Ausstellung ist bis einschließlich 17. Oktober zu sehen. Filmmuseum, Schulstraße 4
Von BIRGIT KRANZUSCH
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