Ex-Schlagerstar Ricky Shayne im TV: "Ferrari und Lamborghini, das war mein Ding"
VON JUDITH CONRADY - zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 10:59Vor mehr als einem Jahr hat Ex-Schlagerstar Ricky Shayne sein Büdchen in Flingern eröffnet. Anfangs gingen die Reporter und Fernsehteams in dem kleinen Ladenlokal an der Flurstraße ein und aus. Doch inzwischen ist es wieder ruhig geworden um den "Mamy Blue"-Sänger. Am Dienstagabend erzählte der Sender Vox in einer Reportage die Geschichte von Ricky Shayne und seinem Kampf um den Ruhm.
Ricky Shayne fasst in die Kasse und greift eine Handvoll Münzen. "Früher war ich Millionär. Heute sind das meine Millionen", sagt der Ex-Schlagerstar und lässt das Münzgeld zurück in die Kasse rieseln. In den 70ern gehörte Ricky Shayne zu den ganz Großen, verkaufte weltweit über 30 Millionen Platten und war mit seinen Hits wie "Mamy Blue" und "Ich sprenge alle Ketten" Dauergast in Musiksendungen.
Einige besonders treue Fans sind ihm bis heute geblieben, pilgern regelmäßig in sein Büdchen nach Flingern. Doch der große Ruhm und das große Geld sind Vergangenheit. Heute fährt Ricky Shayne ein verbeultes Auto für 900 Euro, "ganz neu, aus vierter Hand", grinst er. Verbittert wirkt der Frauenschwarm der 70er Jahre nie; doch etwas wehmütig wird er schon, wenn er daran denkt, welche Autos er damals fuhr. "Ferrari und Lamborghini, das war mein Ding", sagt er, und gibt freimütig zu, sein Geld für "schöne Mädchen, Autos und Drogen" ausgegeben zu haben.
"Ich war einmal ein Star - Was übrig bleibt vom Plattenmillionär", so der Titel der Stern-TV-Reportage, in der am Dienstagabend drei ehemalige Musikstars vom Ende ihrer Karriere erzählten - neben Ricky Shayne der frühere Drummer von "Trio", Peter Behrens, und Marlene Tackenberg, besser bekannt als "Jazzy" aus der Mädchenband "Tic Tac Toe". Ihre Gemeinsamkeit: Alle drei mussten nach einem rasanten Aufstieg zum Star ebenso rasant wieder im normalen Leben ankommen.
Ricky Shayne hat den "Trinkhallen-Blues", sagt er. Im Büdchen an der Kasse zu stehen, das sei nicht sein Ding. "Ich bin Sänger." Gelieben ist ihm seine Gitarre. Die sei wie eine zweite Frau für ihn, sagt er.
Die Kiosk-Eröffnung war die Idee seiner Frau Gina, einer Flugbegleiterin, die sich davon wieder mehr Aufmerksamkeit für den 70er-Jahre-Star erhoffte. Anfangs ging der Plan auf, das Medieninteresse war groß. Inzwischen ist es um Ricky Shayne wieder ruhiger geworden. Doch der 66-Jährige kämpft weiter - dafür, dass Geld und Ruhm irgendwann zurückkommen. Er schreibt eigene Songs ("Lot's of rubbish on TV/ what a pain/ lot's of copies without taste/ what a shame"), hat hin und wieder Auftritte und versucht sich neuerdings als Maler. Am Computer entwirft Ricky Shayne bunte, phantasievolle Gemälde, die bereits in einer Ausstellung in Düsseldorf zu sehen waren. Die Gestalten, die er am PC entstehen lässt, ähneln Aliens oder überdimensionalen Insekten. Jetzt plant der Sänger eine eigene T-Shirt-Kollektion mit seinen Motiven.
Am Mittwochmorgen kam der Ruhm für einige Stunden zu Ricky Shayne zurück: In seinem Kiosk standen die Fans und Stammkunden Schlange, alle hatten den Fernsehbericht gesehen, waren begeistert. Ricky selbst sagt, er habe den Bericht nicht angeschaut. "Ich habe keinen Fernseher", meint er. "Aber der Kaffeeumsatz heute Morgen war hoch, also muss es gut gewesen sein."
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