Brand an der Schadowstraße: Feuer ließ Glasregale zerbersten
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 19.07.2010 - 08:39Düsseldorf (RPO). Eine Boutique und ein Sportschuhgeschäft sind am Samstagabend ausgebrannt – auch die Warenbestände in den Lagern hat das Feuer vernichtet. Die Ursache des Millionenschadens ist noch unklar. Die Kripo ermittelt.
Als Heidi Bartz den Knall hörte, ahnte sie Schlimmes, noch bevor sie die Flammen hinterm Haus sah: "Das Geräusch kam von den Rauchabzugsfenstern. Die springen automatisch auf, wenn es brennt."
Während Ehemann Martin und Nachbar Roman Mesto aus dem Dachgeschoss über die Treppe hinunter rannten, schloss die Hausmeisterin erst einmal alle Fenster ihrer Wohnung, öffnete die Abzugsfenster im Treppenhaus – und konnte dann nicht mehr nach unten: "In den ersten drei Etagen war schon überall die Feuerwehr – also musste ich wieder nach oben." Von der Dachterrasse holte die Feuerwehr die Frau samt Katzenkorb mit der Drehleiter in Sicherheit.
Währenddessen fraßen sich die Flammen im Lager eines Sportschuhgeschäfts an der Schadowstraße durch den gesamten Warenbestand, zerstörten auch das Sortiment der Boutique im selben Haus. Am Ende ging die Feuerwehr von einem Schaden "im niedrigen Millionenbereich" aus.
Sonntag früh hat die Kriminalpolizei routinegemäß mit der Suche nach der Brandursache begonnen. Angesichts der Zerstörung auf den rund 600 Quadratmetern Lager- und Ladenfläche wird mit einem Ergebnis erst in den nächsten Tagen gerechnet.
Silvester 1997 hatte es in dem einstöckigen Gebäudeteil schon einmal gebrannt. Es war das Werk einer Brandstifterin.
Die Praxen zweier Ärzte und eines Anwalts in den oberen Etagen sind vom Feuer nicht betroffen.
Weit über die Stadt war die Rauchsäule zu sehen, die kurz nach 21 Uhr aus dem Haus an der Schadow-/Ecke Wagnerstraße aufstieg. Per Radio und Internet warnte die Feuerwehr vor allem die Bewohner im Bereich Ost- und Immermannstraße. Weil der giftige Rauch dorthin zog, sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben.
Weil das Gebäude, das im vorderen Bereich fünfstöckig ist, sich im Parterre und ersten Stock über 15 Meter Länge erstreckt, und vor allem das dort untergebrachte Sportschuh-Lager vom Feuer betroffen war, musste die Feuerwehr von mehreren Seiten angreifen, drang durch die beiden Läden und das Treppenhaus vor, löschte von der Leiter aus über die hohen Dächer hinweg und zog eine Schlauchleitung sogar durch eine Wohnung an der Wagnerstraße.
Mit weit mehr als 1000 Grad entwickelte das Feuer ungeheure Zerstörungskraft. Im Schuhgeschäft zerbarsten etliche gläserne Regale, die Scherben beschädigten die Wasserschläuche, so dass die Feuerwehr mehrfach neue Leitungen nachfordern musste. Von den Decken stürzten metallene Lüftungskanäle, Regale brachen in der Hitze zusammen. "Wir sind froh, dass alle von uns wieder raus gekommen sind", kommentierte ein Feuerwehrmann den Einsatz, als nach zwei Stunden der Brand gelöscht war. Einer seiner Kollegen allerdings musste mit leichten Verbrühungen ins Krankenhaus, aus dem er noch am Abend wieder entlassen werden konnte.
Viel später konnten auch die Bartz' und ihr Nachbar zurück in ihre Wohnungen. Immer wieder kam in der Nacht die Feuerwehr zurück – aber nur, um die Brandstätte nach möglichen Glutnestern abzusuchen.
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