Investitionen: Feuerwehr rüstet für 2,1 Millionen auf
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 - 07:39Düsseldorf (RP). Die rollende Leitstelle, aus der Großeinsätze koordiniert werden, hat allein 1,5 Millionen Euro gekostet und ersetzt ein 18 Jahre altes Vorgängerfahrzeug. Der Großraum-Rettungswagen ist noch nicht fertig: Die Spezialfirma, die ihn für die Düsseldorfer baute, ist insolvent.
Das war ganz schön knapp: Als die bayrische Firma Evolution, die sich auf den Ausbau von Spezialfahrzeugen spezialisiert hat, Insolvenz anmeldete, war der Großraum-Rettungswagen G-RTW, der aus einem Mercedes-Bus gebaut werden sollte, von der Düsseldorfer Feuerwehr schon fast komplett bezahlt.
"Anfangs wollte man die Firma retten, die Arbeit ging weiter", sagt Ulrich Cimolino, verantwortlich für die Technik der Berufsfeuerwehr. Doch Mitte Dezember machte die Firma endgültig dicht – und der halbfertige Super-Rettungswagen in der Halle, für die nur noch der Insolvenzverwalter die Schlüssel hatte.
In der Feuerwehrverwaltung schaltete Stefan Weber schnell, suchte sämtliche Unterlagen zusammen, mit denen nachgewiesen werden konnte, dass die Düsseldorfer nicht bloß 600 000 Euro fürs Fahrgestell gezahlt, sondern auch einen Großteil der Einbauten aus eigenen Beständen (Wert: rund 200 000 Euro) nach Plattling gebracht hatte.
"Gut, dass wir das hatten, denn einer der Gläubiger hatte schon Anspruch auf das Auto erhoben", so Cimolino. Der packte vorige Woche, nach langem schriftlichen Hin und Her, die Unterlagen ein und fuhr nach Bayern. "Aber da wusste keiner von der Verabredung mit dem Insolvenzverwalter." Stundenlang saßen Cimolino und Kollege Michael Breker im Büro des Hallen-Vermieters, bis der Insolvenzverwalter in London erreicht wurde und sein Okay gab. "Ohne das Auto wären wir da nicht weg."
Was dann aber auch nicht gleich ging: Durch den langen Stillstand war die Batterie des Spezialfahrzeugs leer. Und in Cimolinos Heimat Pfarrkirchen besuchten dann auch noch Reporter der örtlichen Lokal-Zeitung das ungewöhnliche Fahrzeug.
In dem können drei Schwerverletzte gleichzeitig behandelt werden, bei leichter Verletzten reicht der Platz sogar für mehr. Er soll nicht nur im Katastrophenfall eingesetzt werden, sondern auch bei Großveranstaltungen wie Rosenmontag bereitstehen. "Und wenn wir ein Haus evakuieren müssen, können wir die Leute nicht bloß im Warmen unterbringen, sondern ihnen in der Mini-Küche sogar einen Tee kochen", sagt Cimolino, der sich jetzt erst einmal die Schaltpläne für die Technik besorgen muss. Den Ingenieur schreckt die Fertigstellung nicht. Augenzwinkernd verspricht er: "Dieses Jahr wird er sicher fertig."
Weit unspektakulärer ging dagegen die Lieferung des Einsatzleitwagens über die Bühne. Der wurde bestellt, nach den Wünschen der Feuerwehr gebaut, bezahlt und in Betrieb genommen. Er hat allerdings auch gut das Doppelte vom Rettungswagen gekostet: 1,5 Millionen hat die Feuerwehr in Kommunikationstechnik investiert, die im Großeinsatz reibungslose Abläufe garantiert. Der bisherige Einsatzleitwagen war 18 Jahre alt und damit in Sachen Kommunikationstechnik gewissermaßen ein Methusalem.
Der neue hat 16 Antennen auf dem Dach, drei komplette EDV-Arbeitsplätze und lässt sich durch ein ausfahrbares Abteil vergrößern. Dank zweier Stromgeneratoren ist die rollende Zentrale damit "notfalls über mehrere Tage" voll einsatzfähig – und entlastet die Leitstelle, die sich während eines solchen Großeinsatzes dann um die übrigen Notfälle kümmern kann.
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