Düsseldorfer Band Schmierkäsebrötchen: Feuerwerk der guten Laune
VON FELIX OHMES - zuletzt aktualisiert: 20.04.2007 - 10:23Düsseldorf (RPO). Die Düsseldorfer Band Schmierkäsebrötchen bricht gern mit optischen und musikalischen Tabus - am liebsten parodieren die vier Musiker dabei sich selbst und sämtliche Klassiker der Musikgeschichte.
düsseldorf Langsam betreten Arthur Zängerle und Udo Käsch - gefolgt von Dieter Illic und Peter Penok - die kleine Bühne, rücken den falschen Schnäuzer und die kaputte Sonnenbrille zurecht und greifen zu ihren Instrumenten. Und noch bevor der erste Ton erklingt, steht eines fest: Mit einer gewöhnlichen Band hat die Düsseldorfer Kombo Schmierkäsebrötchen offenbar gar nichts gemein.
Doch die vier Musiker brechen bei ihren Auftritten nicht nur mit optischen Tabus. Mit Hilfe von Akustik-Gitarre und Mini-Schlagzeug parodiert und mischt Schmierkäsebrötchen hemmungslos sämtliche Klassiker der Musikgeschichte mit Boygroup-Songs, Schlagern oder auch Melodien von Britney Spears.
In Liedern wie Wait and Bleed, Everybody in White oder Personal Sahne kombinieren sie Rammstein und Rolf Zuckowski, die Backstreet Boys und die White Stripes oder spielen Slipknot-Songs im Bossa-Nova Rhythmus, um danach sofort wieder zu Marmor, Stein und Eisen bricht zu wechseln.
Mit dem gewissen Augenzwinkern nehmen Schmierkäsebrötchen dabei gerne sich selbst, die Ernsthaftigkeit des Musik-Geschäfts oder auch das Publikum aufs Korn: „Es ist doch immer schön zu sehen, wenn wir einen Klassiker anspielen und die Leute im Publikum anfangen zu grinsen, weil sie den Song erkennen - sie ahnen ja gar nicht, was wir damit bis zum Ende anstellen“, erklärt Udo Käsch lächelnd. Und sein Band-Kollege , der Schlagzeuger Peter Penok fügt hinzu: „Im Grunde gibt’s bei uns einfach ein Feuerwerk der guten Laune.“
Ihren Musik-Stil beschreiben die Band-Mitglieder selbst als Patienten-Rock oder „Acoustic Mash“: „Das ist Cover-Musik für Leute, die eigentlich keine Cover-Musik mögen“, erklärt Arthur Zängerle. Und von solchen Leuten gibt es offenbar sehr viele: Ihren ersten Auftritt spielten Schmierkäsebrötchen bereits im Vorprogramm der Bolzplatz-Heroes - dem Nebenprojekt des Schlagzeugers der Sportfreunde Stiller. „Der fand uns irgendwie total super, und da sind wir spontan gefragt worden, ob wir als Vorband spielen würden“, erinnert sich Udo Käsch.
Seit diesem Tag haben Schmierkäsebrötchen zahlreiche Konzerte gegeben, einige ihrer Songs selbst aufgenommen und sich eine treue Fangemeinde erspielt. Ihr hohes musikalisches Niveau und ihre Professionalität verdanken die vier ihrer langjährigen Erfahrung im Musik-Geschäft. Als Mitglieder der Bands Stigma, Fidget und Cho-Jin machen sie seit über zehn Jahren Musik und standen bereits auf den Bühnen von großen Festivals wie dem „Bizarre“ oder „Rock am Ring“.
Zu ihrem außergewöhnlichen Band-Namen sind sie eher zufällig gekommen: „Ich hab’ mal irgendwann das Publikum gefragt, was sie gegessen haben - die Antwort war Schmierkäsebrötchen und wir hatten ab sofort einen Namen“, erinnert sich Dieter Illic. Aus Erfolgsgründen sei es notwendig, sich von Zeit zu Zeit in Eskabé (SKB als Abkürzung für Schmierkäsebrötchen) umzubenennen: „Mit dem Namen Schmierkäsebrötchen bucht dich halt so schnell keiner - Eskabé klingt da irgendwie internationaler und damit klappt es einfach besser“, meint Arthur Zängerle.
Wer ein Schmierkäsebrötchen-Konzert besucht, den erwartet mit Sicherheit ein lustiger, unterhaltsamer und ungewöhnlicher Abend - aber eines bestimmt nicht: Eine gewöhnliche Band.
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