Gefragter Drehort: Film ab in Düsseldorf!
VON ANANDA MILZ - zuletzt aktualisiert: 03.04.2008 - 09:52Düsseldorf (RPO). Als Drehort ist die Landeshauptstadt gefragt wie nie. Regisseure wie Wim Wenders und Till Schweiger zieht es an den Rhein. Heute läuft der Film „Hardcover“ an, in dem ein ungleiches Paar durch Düsseldorfs Straßen zieht.
Düsseldorf Wer den Groschenroman-Autor Christoph ab heute auf der Kinoleinwand sieht, der taucht mit ihm ab ins kriminelle Milieu, sozusagen in die Halbwelt von Düsseldorf. Bei seiner Recherchetour muss er sich mit zwielichtigen Porschefahrern am Rheinufer herumschlagen, legt hungrige Zwischenstopps in versifften Döner-Buden im Bahnhofsviertel ein und schaut aber auch ab und an bei seinem Verleger im schicken Medienhafen vorbei.
Die Gaunerkomödie „Hardcover“ (siehe Filmkritik, rechts) spielt zwischen Glitzer und Gosse, changiert zwischen Schein und Sein. Die perfekte Kulisse für diese Geschichte fand Regisseur Christian Zübert („Lammbock“) in Düsseldorf. „Es gibt kaum eine Stadt in Deutschland, in der die Kontraste so eng beisammenliegen“, sagt er. „Von abgerockten Arbeitervierteln bis zur Edelmeile Kö gibt es einfach alles.“ Ein weiterer Vorteil für den Regisseur: „Düsseldorf ist von den Kulissen einfach noch nicht so abgegrast wie Berlin, Hamburg oder München.“
Etwas, was nicht nur Christian Zübert an Düsseldorf schätzt. Seit 2000 kommen sie immer häufiger, die Filmemacher. Wim Wenders filmte im vergangenen Herbst mit Campino an den Rheinauen Szenen für „Palermo Shooting“. Fast zeitgleich war Regisseurin Helma Sanders Brahms zum Dreh in der Stadt. Für ihren Film über das Leben von Clara Schumann, „Clara“, fand sie authentisch-historische Kulissen in der Carlstadt.
Beliebt sind Königsallee, Medienhafen, Rheinpromenade und Flughafen aber auch bei den Kollegen aus der Fernseh- und der Werbebranche. So flimmern täglich Bilder aus Düsseldorf in der Vorabendserie „Verbotene Liebe“ über den Bildschirm. Auch die gefährlichen Stunts von „Alarm von Cobra 11“ entstehen großteils in den Straßen der Landeshauptstadt.
„Mit rund 50 Produktionen gibt es im Schnitt jede Woche einen Dreh. Das sind 20 mehr als noch vor zehn Jahren“, sagt Michael Kosiedowski, der als Fachreferent im Büro des Oberbürgermeisters die Film- und Fernsehproduktionen betreut. „Es ist inzwischen ein ganzes Motiv-Bündel, das für Düsseldorf spricht“, erklärt der Referent. Dazu zählt er die interessante Architektur, eine flache Bürokratie, die vielen Dienstleister vor Ort - aber auch die aufgeschlossenen Menschen in der Stadt.
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