Das Düsseldorfer Filmmuseum ist eines von fünf Häusern, die über Filmgeschichte informieren: Filmmuseum feiert 10-Jähriges
zuletzt aktualisiert: 20.08.2003 - 15:30Düsseldorf (dto). Bunte Kinoplakate leuchten an den Wänden, in einer Glasvitrine strahlt ein Bambi, Deutschlands wichtigster Filmpreis, den Maria Schell 1987 bekommen hat, den Besuchern entgegen. In einer anderen Glasvitrine hängen Originalkostüme von Klaus Kinski aus Nosferatu sowie Katharine Hepburns Kleider aus Maria Stuart und geben einen Eindruck, wie klein diese großen Schauspieler waren. Film ist mehr als Stars und Sternchen, Action und Popcorn – es gibt wohl kaum einen Ort, an dem so viele unterschiedliche Träume verkauft werden wie im Film. Das Kino hat eine lange und bewegte Geschichte, aber nur wenige Dokumentationsstätten in Deutschland erzählen davon. Das Düsseldorfer Filmmuseum gehört zu den fünf Häusern in Deutschland, die über Filmgeschichte informieren. Zehn Jahre ist es her, dass Düsseldorf sein Filmmuseum mit einem großen Festakt eröffnete, am 21. August feiert es sein Jubiläum.
Rechtzeitig zum Festtag ist jetzt auch eine Jubiläumsbroschüre erschienen. Hier können Cineasten noch einmal nachlesen, wie das Filmmuseum ins Leben gerufen wurde. Denn was 1979 noch Filminstitut Düsseldorf hieß, ist erst seit August 1993 das Filmmuseum. Viele Jahre städtische Förderung der Filmkultur gingen der Gründung des Museums voraus. Dem Düsseldorfer Regisseur, Produzenten und Schauspieler Harry Piel galt die erste Ausstellung im noch unfertigen Gebäude im März 1993. Inzwischen zieht das Museum mit seiner Dauer- und verschiedenen Sonderausstellungen zahlreiche Besucher aus Deutschland sowie den Nachbarländern an und ist Mitglied der FIAF (Federation internationale des archives du film).
Zehn Jahre Filmmuseum sind auch ein Anlass, Bilanz zu ziehen. 1993 eröffnet, überlegte die Stadtverwaltung 1997 wegen der hohen Betriebskosten das Museum zu schließen. Das konnte der Stadtrat verhindert, aber der Kulturausschuss beschloss, dass das Museum von der Kasernenstraße in die Schulstraße zieht und sich dort mit dem Hetjes-Museum den Wechselausstellungsraum teilt. Inzwischen ist das Filmmuseum das bestbesuchteste städtische Museum. Wahre Besucheranstürme erlebte es besonders zu den Ausstellungen „Ich Kinski“ sowie „Obsessionen – Die Albtraum-Fabrick des Alfred Hitchcock“.
„Kino ist Geschichten erzählen“, sagt Sabine Lenk, seit 1999 Leiterin des Filmmuseum. „Aber seine Besucher müssen die Filme auch gegen den Strich lesen können.“ Sie sieht neben der Sammlung auch das Erschließen, Erforschen und das Zugänglich machen von Film, Filmkultur und Technik als wichtige Aufgabe des Filmmuseum. „Alle Aktivitäten dienen der Verbreitung der Filmkultur. Durch Führungen, Filmreihen, Workshop und andere Veranstaltungen wollen wir das Verständnis für das besondere des Films wecken, auf seine Funktion in der Gesellschaft aufmerksam machen, seine Sprache erklären und damit den Besuchern helfen, mit bewegten Bildern umzugehen“, so Lenk.
Zehn Jahre Filmmuseum - mit einer Reihe von Ausstellungen, die über das Jahr verteilt wurden, feiert das Museum sein Jubiläum. So erinnerte es im April mit einer Sonderausstellung "Mach Dir ein paar schöne Stunden" an die rund 100-jährige Kinogeschichte Düsseldorfs. Wer hätte gedacht, dass Düsseldorf einmal die Kinometropole des Westens gewesen ist? Im Januar zeigte das Fotoarchiv seine schönsten Exponate von berühmten Schauspielern. Vom 15. September an präsentiert das Plakatarchiv die schönsten Stücke seiner Sammlung. Zum Abschluss werden vom 27. Oktober bis 24. November alle Abteilungen gemeinsam eine Ausstellung gestalten, in der anschaulich gemacht wird, was bei der Vorbereitung, beim Drehen und der Nachbereitung eines Films an Material anfällt. Das ganze Jahr über zeigt das Filmarchiv Filme aus seiner Sammlung.
Von BIRGIT KRANZUSCH
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