Düsseldorf hat viele Plätze zu bieten, an denen Filme gedreht wird.: Filmmuseum präsentiert "Drehort Düsseldorf"
zuletzt aktualisiert: 29.10.2003 - 13:42Düsseldorf (dto). Nordrhein-Westfalen hat landschaftlich und architektonisch viel zu bieten. Das hat seit einigen Jahren auch die Filmwirtschaft erkannt. "Das Wunder von Bern wurde zum Beispiel in Duisburg gedreht, Teile des Films "Liegen Lernen" in Düsseldorf. Auch wenn Düsseldorf nie zu einer Filmmetrople geworden ist, sind hier seit den 40er Jahren viele Filme gedreht worden. Das Filmmuseum Düsseldorf zeigt im Rahmen seines 10-jährigen Jubiläums vom 29. Oktober bis 30. November die Ausstellung "Drehort Düsseldorf".
Wenn auf der A44 mal wieder ein Auto in Flammen steht, muss das nicht unbedingt ein schwerer Unfall sein. Genauso wenig ist es nicht Deutschlands Adel, der über die Kö flaniert, sondern Graf von Beyenbach aus der Serie "Verbotene Liebe". Ob Königsallee, Rheinufer, Flughafen oder Kaiserswerth - in Düsseldorf wird an allen Ecken gedreht. Und das nach Angaben von Michael Kosiedowski, Leiter des Büros für Drehgenehmigungen in Düsseldorf, mit wachsender Beliebtheit. "Es ist die außergewöhnliche Atmosphäre, die Schönheit des Stadtbilds und die außergewöhnliche Architektur, die Düsseldorf zu einer beliebten Drehlocation machen", so Kosiedowski.
"Es rauscht der Rhein, es strömt das Leben" von dem Düsseldorfer Fritz Genandt war eine der ersten Filmproduktionen Düsseldorfs überhaupt. Von 1911 bis 1951 dokumentierte Genandt Düsseldorfer Alltagsszenen über vier Jahrzehnte. Erster in gedrehter Spielfilm war "Madonna in Ketten" im Jahr 1949. Es folgten Filme wie "Spur eines Mädchens" (1967), "Rheingold" (1977), "Farinelli" (1993) oder auch "Die Bubi Scholz Story" (1997). Aber nicht nur Spielfilme wurden in den vergangenen Jahren in der Landeshauptstadt gedreht, auch Serien wie "Verbotene Liebe", "Tatort" oder "SK Kölsch" haben inzwischen ihren festen Platz in Düsseldorf gefunden.
So werden für Drehszenen beispielsweise die Oberkasseler Brücke gesperrt, der Abwasserkanal in Golzheim beflutet oder ein Auto auf der Autobahn A44 in Brand gesetzt. Das ist nicht nur für die Filmliebhaber schön anzusehen, sondern auch gut für die Kasse der Stadt. "Etwa 30 Prozent der Produktionskosten bleiben dabei in der Stadt", sagt Andrea Baaken von der Filmstiftung NRW. Dass Köln und nicht Düsseldorf zur Metropole des Films in NRW wurde, begründet Kosiedowski damit, dass dort nach dem 2. Weltkrieg schneller eine entsprechende Infrastruktur gegründet wurde. "Dort wird mehr gedreht, aber wir müssen uns hinter Köln nicht verstecken."
Viele der Drehszenen, Vorbereitungen, Planungen und auch die Berichterstattung sind im Filmmuseum seit den 40er Jahren dokumentiert worden. Es zeigt mit der Ausstellung "Drehort Düsseldorf" Plakate, Schriftgut, Bücher und Fotos zu einzelnen Drehs in Düsseldorf. Die Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen haben aus Fotoarchiv, Bibliothek, Filmarchiv, der Schriftgutabteilung und dem Plakatarchiv Material gesammelt und im Foyer des Filmmuseums ausgestellt. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos und dadurch, dass sie im Foyer zu sehen ist, auch für die Besucher der Black Box bis spät in der Nacht zu sehen.
"Drehort Düsseldorf", 29.10. bis 30.11.03 im Filmmuseum, Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf
Von BIRGIT KRANZUSCH
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