Kulisse für Film- und Werbeproduktionen: Filmstadt Düsseldorf
zuletzt aktualisiert: 21.10.2006 - 10:47Es knallt und kracht in Düsseldorf, Flammen stechen in den Himmel. Die Straßen sind abgesperrt. Die Polizei informiert und die Feuerwehr schaut nur zu. Szenen die sich in letzter Zeit immer wieder in der Landeshauptstadt wiederholten, doch gibt es keinen Grund zur Beunruhigung. Bei den Unfällen handelte es sich um Dreharbeiten für die Actionserie "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei". Düsseldorf wird immer öfter zur Kulisse für Film- und Werbeproduktionen und erfreut sich bei Filmemachen großer Beliebtheit.
Für viel Aufsehen sorgten die Dreharbeiten zum Streifen „Der Clown“. Der Kinofilm zur gleichnamigen Action-Serie kostete insgesamt Acht Millionen Euro und wurde unter anderem auf der Königsallee gedreht. „Am Wochenende wurde die Produktion in Los Angeles mit dem World Stunt Award ausgezeichnet und heimste den Preis in der Kategorie bester ausländischer Film ein“, freut sich Michael Kosiedowski über den Erfolg des teilweise in Düsseldorf entstandenen Kinofilms.
Kosiedowski betreut die Film- und Fernsehproduktionen der Landeshauptstadt und ist in der Film-Branche als „Location-Manager für Düsseldorf“ bekannt. „Der Dreh-Boom in Düsseldorf begann Anfang der neunziger Jahre, als die privaten Fernsehsender Bedarf an neuen Formaten hatten“, erklärt Kosiedowski den Beginn der Fernsehstadt Düsseldorf: „Zudem wurde 1991 die Filmstiftung NRW mit Sitz in Düsseldorf gegründet, die beachtliche Fördermittel ausstreuen kann.“
Warum grade Düsseldorf so beliebt bei Filmschaffenden ist erklärt Kosiedowski in drei Punkten: „Filmemacher finden in Düsseldorf ein attraktives und noch nicht verbrauchtes Stadtbild. Darüber hinaus gibt es viele lokales Dienstleister, von der Maskenbildnerin bis zum Catering, die in Düsseldorf ansässig sind und den Produzenten Geld sparen.“ Ein weiterer wichtiger Punkt sich für die Landeshauptstadt als Drehort zu entscheiden ist laut Kosiedowski die aufgeschlossene Stadtverwaltung und Polizei, die Anfragen zu Drehgenehmigungen möglichst unbürokratisch löse.
Neben Action-Serien und Kinofilmen wurden im vergangenen Jahr auch große Fernsehfilme zwischen Königsallee und Medienhafen gedreht. „Der ARD-Zweiteiler Vera – Die Frau des Sizilianers mit Mario Adorf und Heinz Hoenig hat Düsseldorf etwa 520.000 Euro eingebracht, die für Hotels, Mietwagen, Komparsen oder Drehgenehmigungen ausgegeben wurden“, so Kosiedowski. „Darüber wie viel Geld insgesamt in der Stadt bleibt, gibt es momentan noch keine Erhebungen“, erklärt Stephan Lorsbach von der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in Düsseldorf.
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