9,6 Millionen sahen Stiftungsfilme: Filmstiftung NRW zieht positive Jahresbilanz
zuletzt aktualisiert: 14.12.2004 - 15:16Düsseldorf (dto). Für die Filmstiftung NRW hat das Jahr 2004 viele Erfolge gebracht. Im ablaufenden Jahr unterstützte sie 101 Kino- und Fernsehproduktionen mit 29,8 Millionen Euro, mit denen ein Gesamtproduktionsvolumen von mehr als 170 Millionen Euro in Bewegung gesetzt wurde, wie der Geschäftsführer der Filmstiftung, Michael Schmid-Ospach, am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.
Mit einer Gesamtfördersumme von 29,8 Millionen Euro erzielte die Filmstiftung einen NRW-Effekt von rund 180 Prozent. Dies bedeute, dass Produzenten neuer Filme, ausgelöst durch die Förderung, etwa 50 Millionen Euro an Rhein und Ruhr ausgaben. Insgesamt kauften sich mehr als 9,6 Millionen Kinogänger in diesem Jahr eine Eintrittskarte für einen Film, der von der Filmstiftung gefördert wurde.
Für das kommende Jahr kündigte Schmid-Ospach neue attraktive Filmproduktionen an. So würden ab Anfang Februar der Hollywood-Star John Malcovich und Veronica Ferres in Nordrhein-Westfalen für die Künstlerbiographie "Klimt" von Raoul Ruiz vor der Kamera stehen. Ebenfalls in NRW soll im neuen Jahr der neue Film von Vanessa Jopp, "Die Mitte der Welt", gedreht werden.
Als Bestätigung für den eingeschlagenen Kurs bewertete der Geschäftsführer die Rückflüsse aus erfolgreich gestarteten Filmen. So zahlten die beiden erfolgreichsten deutschen Produktionen des Jahres 2003, "Good Bye, Lenin!" und "Das Wunder von Bern", ihre Förderung beziehungsweise einen Anteil daran an die Filmstiftung zurück. Diese Summe bezifferte Schmid-Ospach mit 2,12 Millionen Euro. Zusammen mit weiteren Rückzahlungen etwa aus der Verleihförderung gab es in diesem Jahr Rückflusse von mehr als drei Millionen Euro.
Die Zahl der Drehtage an Rhein und Ruhr konnte laut Schmid-Ospach von 540 im Jahr 2003 auf 671 in diesem Jahr gesteigert werden. Dazu gehörten auch spektakuläre Drehs wie der RTL-Zweiteiler "Die Sturmflut", für den in Essen Teile Hamburgs nachgebaut wurden. Ebenfalls in NRW gedreht wurde die ambitionierte ARD-Produktion "Speer und Er" von Heinrich Breloer, in der Sebastian Koch Hitlers Architekten und Rüstungsminister Albert Speer spielt.
Im neuen Jahr wird ferner "Barfuss", der neue Film von und mit Til Schweiger, in den Kinos anlaufen. Dieser Film könnte nach Einschätzung der Filmstiftung einer der großen Leinwanderfolge des kommenden Jahres werden. In Köln und damit erstmals in Deutschland wird im kommenden Jahr das hochkarätige deutsch-französische Filmtreffen "Rendezvous Franco-Allemand" stattfinden.
Mit Blick auf Kürzungen bei anderen Filmfördereinrichtungen der Bundesländer bezeichnete Schmid-Ospach NRW als "Hort der Stabilität", da das Land trotz angespannter Haushaltslage seine Finanzmittel für die Filmstiftung stabil gehalten habe. Mit einem jährlichen Förderetat von 33 bis 35 Millionen Euro, je nach Höhe der Rückflüsse, habe die Filmstiftung ihre Position als kapitalstärkste Länderfilmförderung in Deutschland stärken können.
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