Rede beim Erfolgskongress: Finanzkrise: Clinton gibt Bush die Schuld
VON ULLI TÜCKMANTEL - zuletzt aktualisiert: 16.11.2008 - 17:20Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat der Politik seines Amtsnachfolger George Bush die Schuld an der internationalen Finanzkrise gegeben, die durch die Pleite fauler Immobilienkredite ausgelöst wurde. „Diese Krise hätte nicht stattgefunden, wenn in den vergangenen Jahren eine echte Arbeitsmarkt-Politik gehabt hätten. Ein Jahrzehnt lang ist statt in Güter und Dienstleistungen nur noch in den Immobiliensektor investiert worden“, sagte Clinton am Samstag vor 10.000 Zuhörern im ISS Dome.
Die USA sind nach Ansicht des früheren US-Präsidenten in der Finanzkrise um Haaresbreite an einem finanziellen Super-Gau vorbeigekommen. Dies erklärte der einst mächstige Mann der Welt als Top-Redner bei einem Erfolgs-Kongress, den das Wirtschafts- und Finanzmagazin "Focus-Money" und der Finanzdienstleister AWD im ISS Dome veranstalteten.
Hören Sie Teile von Bill Clintons Rede als Audiodatei!
Teil 1:
Bill Clinton erklärt, wie nah das Finanzsystem der USA vor dem Zusammenbruch stand. In der Krise habe die Supermarktkette WalMart den größten Zuwachs mit dem Verkauf von Safes gehabt. Clinton: "Die Leute hatten das Gefühl, selbst in einer Toilette sei ihr Geld sicherer als bei einer Bank."
Teil 2:
Der frühere US-Präsident gibt der fehlenden Arbeitsmarktpolitik seines Nachfolgers die Schuld an der Krise und lobt die europäische Investitionspolitik in Umweltschutz und erneuerbare Energien.
Teil 3:
Clinton sagt zu Obamas Angebot, Hillary Clinton könne Außenministerin werden, nichts - das aber sehr nett.
Acht Erfolgsrezepte versprachen die Veranstalter des Kongresses ihren Besuchern. Eines davon präsentierte Bill Clinton. Er sprach über seinen Weg an die Spitze, über seine Zeit an den weltpolitischen Hebeln, aber auch die aktuelle Finanzkrise."Wir standen ganz, ganz nah am Abgrund", sagte Clinton vor 10.000 Zuhörern ISS Dome im Hinblick auf die Finanzkrise.
Zur aktuellen Frage, ob seine Frau Außenministerin von Barack Obama werde, sagte Clinton: "Das ist nicht mein Geschäft, dazu sollte ich nichts sagen. Das ist eine Entscheidung, die der gewählte Präsident treffen muss. Er und Hillary sollten die einzigen sein, die etwas dazu sagen. Alle anderen würden nur im Weg stehen, und ich möchte nicht im Weg stehen." Er halte Obama für "klug und gut motiviert". Obama umgebe sich mit guten und talentierten Menschen, denen er zuhöre.
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