Umfrage der IHK: Firmen investieren stärker im Ausland
VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2011 - 08:26Düsseldorf (RPO). Die Konjunktur hat Fahrt aufgenommen – da investieren die Industrieunternehmen der Region Düsseldorf massiv im Ausland. Wie eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf bei über 300 Mitgliedsfirmen zeigte, investiert jedes dritte Unternehmen im Ausland, 39,5 Prozent wollen das sogar ausbauen.
"Die hohen Wachstumsraten in Deutschland sowie in vielen wichtigen Absatzländern haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Hinzu kommt, dass die Unternehmer an die Stabilität des Aufschwungs glauben. Das beflügelt das Engagement der Unternehmen im Ausland", sagt Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf. Allerdings hatten die Firmen ihr Auslandsgeschäft in der Krisenzeit 2009 auch kräftig abgebaut (siehe Grafik).
Das wichtigste Motiv für die Auslandsinvestitionen: die Kundennähe am ausländischen Standort. 93 Prozent der befragten Industriebetriebe mit Auslandsinvestitionen gaben dies als Grund an. Daneben spielten für jeweils ein Viertel der Betriebe auch die Vermeidung von Wechselkursrisiken sowie die Umgehung von Handelshemmnissen eine Rolle. "Fast drei Viertel der Industriebetriebe wollen dabei in den Auf- oder Ausbau von Produktion im Ausland investieren, ein gutes Viertel in den Vertrieb und Kundendienst vor Ort", sagt Siepmann.
China 53,8 Prozent
Europäische Union (alte Staaten) 39,7 Prozent
Ex-GUS-Staaten 29,5 Prozent
Nordamerika 23,1 Prozent
Asien (ohne China) 20,5 Prozent
Südamerika 20,5 Prozent
EU (neue Staaten) 17,9 Prozent
Klar ist: Die Hoffnung auf Kostenersparnis durch Produktion am ausländischen Standort spielt noch nicht einmal für jeden zweiten Industriebetrieb die Hauptrolle. Verlagerungen werden viel seltener als früher mit Nachteilen am Standort Deutschland begründet. Aktuell geben dies nur noch knapp die Hälfte der verlagernden Betriebe an – vor zehn Jahren waren es noch 70 Prozent. Dass mehr als die Hälfte aller Investitionen in China getätigt werden, zeigt, wie wichtig das Land als Absatzmarkt für die Unternehmen aus der Region Düsseldorf geworden ist.
Wie beim Engagement in den ehemaligen GUS-Staaten (Russland, Ukraine, Weißrussland etc.) punkten die hiesigen Unternehmen mit der hohen Qualität ihrer Produkte. Immerhin zehn Prozent der Unternehmen mit Investitionen im Ausland sehen den drohenden Fachkräftemangel als einen Grund dafür an, die Produktion zu verlagern. Dies ist jedoch wie die Nähe zu Lieferanten (13 Prozent), die Sicherung der Energie- und Rohstoffversorgung (sechs Prozent) und der Zugang zu Technologien (zwei Prozent) ein eher untergeordnetes Motiv für Auslandsinvestitionen der Industrieunternehmen aus der Region Düsseldorf.
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