Drogen unter Aufsicht: Fixerstube soll Überleben sichern
zuletzt aktualisiert: 20.10.2006 - 12:43Eine Fixerstube soll im November an der Erkrather Straße eröffnet werden. Auf bis zu 5.000 schätzen Gesundheitsamt und Polizei die Zahl der Heroin- und Kokainsüchtigen in Düsseldorf. Der Drogenkonsum findet in der Regel in der Illegalität statt und birgt gesundheitliche Risiken (Aids, Hepatitis-Infektionen). Ab November sollen Süchtige sich die Drogen in der Fixerstube in einem Hinterhof an der Erkrather Straße unter Aufsicht verabreichen können. Dort sollen sie auch Beratungsangebote und Ausstiegshilfen in Anspruch nehmen können.
Viele NRW-Städte (Köln, Bonn, Aachen, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Essen, Münster und Wuppertal) verfügen bereits über eine Fixerstube. Im Dezember 2004 hatte der Rat der Stadt Düsseldorf nach mehrjähriger Diskussion die Einrichtung eines Drogenkonsumraums beschlossen. Träger der Düsseldorfer Einrichtung sind die Düsseldorfer Drogenhilfe und die Liga der freien Wohlfahrtsverbände.
Die Fixerstube will das Überleben der Süchtigen sichern, indem beispielsweise lebensbedrohliche Infektionen durch verunreinigtes Spritzbesteck verhindert wird. An elf Stunden am Tag können gleichzeitig bis zu acht Abhängige im Drogenkonsumraum ihren selbst mitgebrachten „Stoff“ spritzen oder rauchen. Vor Ort erhalten sie neues Spritzzubehör. Drei Mitarbeiter kontrollieren die Menge der Drogen und stehen für Notfälle bereit.
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