Bombenentschärfung : Fliegerbombe in Heerdt ist entschärft
VON STEFANI GEILHAUSEN UND INA LAUER - zuletzt aktualisiert: 06.07.2012 - 09:55Düsseldorf (RPO). Auf der Großbaustelle für den Vodafone-Campus war eine britische Fünf-Zentner-Fliegerbombe entdeckt worden. Sprengstoff-Experten haben die Bombe entschärft. Der Kampfmittelräumdienst rückte am Abend an, um den Verkehr am Heerdter Dreieck möglichst wenig zu belasten. Das funktionierte nur bedingt. Anwohner mussten zuvor ihre Wohnungen verlassen, der Verkehr staute sich.
So still ist es selten am Heerdter Dreieck: Um 19.45 Uhr ruhte am Abend nicht nur der Verkehr auf der Brüsseler Straße und im Rheinalleetunnel. Auch die Großbaustelle stand still, auf der am Mittwochnachmittag Arbeiter eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt hatten. Die Detonation, die knapp eine Stunde später diese Stille zerriss, war gewollt: Feuerwerker Frank Höpp, Truppführer beim Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung, hatte den Zünder der Blindgängers entfernt und dessen Ladung kontrolliert gesprengt.
Um 20.37 Uhr ist die Bombe entschärft worden. Der Zünder wurde herausgeschraubt, der Detonator ist gesprengt worden, meldet der Kampfmittelräumdienst. "Es hat keine Schwierigkeiten gegeben", sagte Höpp.
Fliegerbomben
Noch immer entschärft der Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung jährlich rund 200 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. In Düsseldorf selbst sind es durchschnittlich vier pro Jahr. Die meisten werden im Norden der Stadt entdeckt, wo die Rüstungsbetriebe Ziel der alliierten Bomber waren.
Doch am Abend der Bombenentschärfung kam es zunächst zu Verzögerungen: Weil sich Anwohner und Passanten nicht leicht davon überzeugen ließen, dass sie sich in einer Gefahrenzone befanden, dauerte es mehr als eine Viertelstunde länger, bis der Bombenexperte seine Arbeit tun konnte. Im Umkreis von 250 Metern rund um die Fundstelle mussten alle Anwohner ihre Häuser verlassen und konnten unter anderem in der Turnhalle des Comenius-Gymnasiums an der Hansaallee unterkommen. Dort fanden sich aber nur rund 15 Menschen ein - viele werden anderweitig die Zeit bis zur Entschärfung verbracht haben.
Staus vor und nach der Entschärfung
Bereits vor 20 Uhr waren lange Staus rund ums Heerdter Dreieck angesagt: Auf der Hansaallee und der Luegallee standen die Autos, Richtung Oberkassel und Richtung Innenstadt ging kaum noch etwas. Weil sich viele Autofahrer andere Wege suchten, war es überall sehr voll, es kam zu Staus.
Trotz der zahlreichen öffentlichen Ankündigungen waren offenbar viele Autofahrer von der Sperrung überrascht: "Was ist denn hier los?", fragte eine Fahrerin die Polizei - und wurde aufgeklärt. Auch nach der Bombenentschärfung kam es in dem Gebiet zu Staus. Dabei hatte der Krisenstab der Stadt die Entschärfung auch auf die Abendstunden gelegt, um den Verkehr auf der stark befahrenen Bundesstraße möglichst wenig zu belasten.
Es herrschten im Vorfeld zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen: Im Sicherheitsradius, 250 Meter um die Fundstelle, mussten 355 Menschen ihre Wohnungen verlassen, alle Anwohner, die 500 Meter um die Fundstelle herum leben, durften ihre Wohnungen für die Dauer der Entschärfung nicht verlassen. Außerdem liegen wichtige Verkehrsachsen wie die Brüsseler Straße (B 7) und die Düsseldorfer Straße/Pariser Straße sowie der Rheinalleetunnel, in dem Radius. Unmittelbar nach der Entschärfung wurden die Straßensperrungen aufgehoben.
Gegen 20.15 Uhr begann Frank Höpp mit der Entschärfung seiner 25. Fliegerbombe. Die sei problemlos gelaufen, sagte er nach ca. 25 Minuten. Nachdem er mit der Zange den Zünder abgeschraubt hatte, war die Bombe nur noch ein schweres, 70 Jahre altes Stück Schrott. Sie wird in einer Fachfirma in Münster zerlegt.







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