Beratungsstelle soll geschlossen werden: Flüchtlingshelfer bangen um ihre Arbeit
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 31.05.2007 - 10:28Düsseldorf (RPO). Unter der Hand haben die Helfer der Flüchtlingsberatungsstelle erfahren, dass ihre Tage in Düsseldorf gezählt sein sollen. Das Land will demzufolge die einzige Erst-Aufnahmestelle für Asylbewerber nach Bielefeld verlegen. Flüchtlingshelferin Barbara Gladysch hat deshalb gestern mehrere Ratsmitglieder um Hilfe gebeten. Denn sie fürchtet um die Fortsetzung ihrer Arbeit: „Die Neuankömmlinge können nirgendwo so gut versorgt werden wie bei uns.“
In mehr als zehn Jahren sei ein Netzwerk entstanden, in dem von der Beratung der Flüchtlinge in Asylfragen über Krankenbetreuung bis zur Sozialarbeit die Versorgung neu ankommender Flüchtlinge bestens gewährleistet ist. Ein Heer von Freiwillige - Ärzte, Dolmetscher, Anwälte - stehen zur Verfügung, wenn die die drei Mitarbeiter, die sich in der Flüchtlingsberatungsstelle 2,25 Stellen teilen, die von der evangelischen Kirche und vom Land finanziert werden, Hilfe brauchen. „Außerdem ist ein enges Vertrauensverhältnis zu den Behörden entstanden - so etwas lässt sich nicht verlegen“, betonte gestern auch Pfarrer Peter Andersen vom Kirchenkreisverband. Dessen Sprecher Ulrich Erker-Sonnabend befürchtet für die Flüchtlinge ein „humanitäres Desaster“, sollten sich die Gerüchte bestätigen.
Gründe für die Überlegungen des Landes sollen finanzielle sein: Das Land erstattet der Stadt alle Kosten für das Flüchtlingsschiff „Sierra“ und die Betreuung. In Bielefeld wären diese Ausgaben niedriger.
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