Polizei sucht mit Hochdruck nach dem Täter: Flugbetrieb in Düsseldorf normalisiert sich wieder
zuletzt aktualisiert: 15.09.2003 - 12:40Düsseldorf (dto). Nach mehreren Bombendrohungen und einer siebenstündigen Komplettsperrung normalisiert sich der Betrieb auf dem Flughafen in Düsseldorf wieder. Die Behörden hatten das sonst bestehende Nachtflugverbot ausnahmsweise aufgehoben, so dass zwischen Sonntagabend 23.00 Uhr und Montagmorgen 06.00 Uhr 64 Flugzeuge in Düsseldorf starten oder landen konnten. Unterdessen herrscht weiter Rätselraten über den oder die Urheber der Bombendrohungen.
Außerplanmäßig landeten in der Nacht noch etwa 30 Maschinen, die auf Grund der siebenstündigen Sperrung am Sonntag Düsseldorf nicht anfliegen konnten. Wie Flughafensprecher Torsten Hiermann sagte, hatten am Montagmorgen noch eine abfliegende Maschine drei Stunden Verspätung und eine Reihe weiterer Starts und Landungen bis zu 45 Minuten. Er äußerte die Erwartung, dass sich der Flugbetrieb in Düsseldorf noch vor 12.00 Uhr wieder vollständig normalisieren werde. Lange Warteschlangen an den Flugschaltern gebe es schon keine mehr. Die noch andauernden Verspätungen seien vor allem auf das durch die Verschiebungen bedingte höhere Verkehrsaufkommen zurückzuführen.
Insgesamt seien wegen der Vollsperrung des Flughafens für rund sieben Stunden 149 Flüge ausgefallen und 214 zum Teil mehrere Stunden verspätet gewesen. Etwa 40 Starts oder Landungen seien nach Köln/Bonn umgeleitet worden. Die Lufthansa sei dagegen überwiegend nach Frankfurt am Main ausgewichen.
Die finanziellen Ausfälle durch die Komplettsperrung des Flughafens konnte Hiermann noch nicht genau beziffern. Sie dürften sich aber im sechsstelligen Euro-Bereich bewegen, sagte er. Wegen der von den Sicherheitsbehörden ernst genommenen Bombendrohung war der drittgrößte deutsche Verkehrsflughafen am Sonntag zwischen 11.35 Uhr und 18.10 Uhr gesperrt worden. Eine derartige Vollsperrung von fast sieben Stunden wegen einer Bombendrohung habe es seines Wissens in Deutschland zuvor noch nie gegeben, sagte Hiermann.
Polizei fahndet mit Hochdruck
Die Polizei sucht nun mit Hochdruck nach dem Anrufer, dessen Stimme auf Band aufgezeichnet wurde. Der Mann hatte gedroht, in Gebäuden und Flugzeugen platzierte Sprengkörper zu zünden. Der Bundesgrenzschutz nahm die Warnungen äußerst ernst und entschloss sich zur Evakuierung. Spezialisten überprüften anschließend das Gelände mit Spürhunden, eine Bombe fanden sie aber nicht.
Auch am Flughafen Köln/Bonn ging am Samstag eine Bombendrohung ein. Diese Warnung wurde jedoch als ungefährlich eingestuft und stammte vermutlich von eionem Trittbrettfahrer. Zahlreiche Flüge waren von Düsseldorf nach Köln/Bonn umgeleitet worden.
Zwar gehörten Bombendrohungen leider schon zum Alltag, diese sei aber vom Bundesgrenzschutz als ernst zu nehmen eingestuft worden, so Flughafen-Sprecher Hiermann. Die aufwendigen Durchsuchungen mit Hilfe von Spezialisten und Spürhunden blieben aber ohne Ergebnis. Der Sprecher wies daraufhin, dass die telefonisch eingegangenen Bombendrohungen vom Sonntag aufgezeichnet und die Bänder den Sicherheitsbehörden zur Verfügung gestellt wurden.
Spezielle Sicherheitsvorkehrungen wegen des Vorfalls vom Sonntag gebe es nicht, allerdings blieben die wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 verschärften Regelungen natürlich weiter in Kraft.
Neue Sicherheitsmaßnahmen auf deutschen Flughäfen?
Rot-Grün plant in Berilin, so wie es aussieht, neue Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen. Das berichtet am Montag die "Financial Times Deutschland" (FTD). Sollten Airportbetreiber und Airlines die Kosten für mehr Sicherheit auf ihre Kunden umwälzen, könnten sich Flugpreise geringfügig erhöhen, schreiben Experten des Bundesinnenministeriums laut FTD im Referentenentwurf des "Luftsicherheitsgesetzes".
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