Airline Blue Wings stellt Flugbetrieb ein: Fluggäste blieben am Boden
VON ANDREAS PANKRATZ UND THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 14.01.2010 - 08:31Düsseldorf (RPO). Am Mittwoch stellte die Airline Blue Wings ihren Flug-Betrieb ein – auch zwei Flüge vom Düsseldorfer Flughafen sind ausgefallen. Reisende erfuhren davon erst vor Ort und mussten sich selbst um Ersatzflüge kümmern. Einige nahmen es locker, andere hatten Probleme mit ihren Dokumenten.
Viele Passagiere am Düsseldorfer Flughafen waren am Mittwoch vom Flug-Stopp der Fluggesellschaft Blue Wings betroffen. Das Unternehmen hatte am Vormittag seinen Flugbetrieb wegen wirtschaftlicher Probleme mit sofortiger Wirkung eingestellt. Etwa 200 Fluggäste mit den Zielen Moskau und Beirut erfuhren erst nach der Passkontrolle oder am Check-In-Schalter, dass ihre Flüge ausfallen.
Blue Wings will die Flugtickets innerhalb der nächsten Wochen erstatten. Von den Reisenden gab es dennoch Kritik. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Verantwortlichen auf uns zukommen und Ersatzflüge mit anderen Fluglinien anbieten", sagt Mohammed El-Zein, der zu seiner Familie in den Libanon fliegen wollte. Um einen Ersatzflug musste sich der Xantener selbst kümmern – und auch das Geld dafür vorstrecken.
Auch die Ennepetaler Florianne Pschenny und Mirko Schröders wollten nach Beirut. "Komisch, dass man von dem Ausfall der Flüge erst am selben Tag erfährt", sagt der 31-Jährige, der es eher gelassen nahm, dass er mit seiner Freundin erst viele Stunden später mit einer anderen Maschine in den Urlaub fliegen konnte.
Weitaus problematischer war der Flugausfall für die Passagiere des Fliegers nach Russland. Weil bei vielen von ihnen mit dem gestrigen Tag das Visum ablief und an dem Tag keine Flüge mehr aus Düsseldorf nach Moskau gingen, mussten die Dokumente in einem Eilverfahren für einen Tag verlängert werden.
"Ich dachte, dass so etwas in Russland, aber nicht in Deutschland passieren könnte", sagte eine ältere Russin, die gemeinsam mit ihrem Mann Verwandte in Kempen besucht hat. "Wir waren schon durch den Zoll, als wir davon erfuhren", ergänzte ihr Mann. Um den Rückflug werden sich nun ihre deutschen Verwandten kümmern müssen – denn so viel Geld für neue Tickets hat das Paar aus Krasnodar nicht übrig.
Für die nächste Zeit bleiben die Auswirkungen des Startverbotes auf den Airport aber beherrschbar. Mit elf Flügen pro Woche – noch 114 im aktuellen Winterflugplan – zählt Blue Wings nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres inzwischen eher zu den kleineren der 50 Gesellschaften, die von Düsseldorf aus fliegen.
Das war einmal anders: "2008 war Blue Wings mit 1,1 Millionen Passagieren im Ranking unserer wichtigsten Fluggesellschaften auf Platz 13", erinnert sich Flughafen-Sprecher Christian Witt. Zwar herrscht am Flughafen Düsseldorf unter anderem wegen des Nachtflugverbotes ein ständiger Mangel an Start- und Landemöglichkeiten. Trotzdem werden diese so genannten "Slots" vorerst bei der Blue Wings verbleiben.
"Zum einen, damit die Fluggesellschaft eine Chance hat, den Flugbetrieb nach Beseitigung der Probleme wieder aufzunehmen", erklärt Witt. Zum anderen, weil "Slots in der Europäischen Union ohnehin nicht gehandelt werden dürfen." Blue Wings hat bis gestern von Düsseldorf aus vor allem Moskau angeflogen, aber auch exotische Ziele wie Bagdad im Irak oder Karaganda in Kasachstan.
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