Nachbarn sind skeptisch: Flughafen baut neue Jet-Parkplätze
VON HANS ONKELBACH - zuletzt aktualisiert: 02.09.2010 - 09:00Düsseldorf (RPO). Weil im östlichen Teil des Airports eine neue Halle gebaut wird, braucht man auf der gegenüberliegenden Seite neue Abstellflächen für Flugzeuge. Die unmittelbaren Nachbarn sehen das mit Skepsis: Sie fürchten den Lärm der Generatoren, die die Maschinen im Stand mit Energie versorgen.
Die Pläne für das Flughafen-Projekt "Ersatzflächen Vorfeld-West" liegen seit gestern öffentlich aus und können auch auf den Internetseiten des NRW-Verkehrsministers eingesehen werden (www.mvebwv.nrr.de).
Damit tritt das gesamte Vorhaben in die entscheidende Phase. Bis zum Ende des Monats, also vier Wochen lang, können Anwohner oder Naturschutzverbände ihre Bedenken und Anregungen zu den Entwürfen äußern. Wenn das Ergebnis vorliegt, wird die Planung dem Verkehrsministerium übergeben und dort fällt dann die Entscheidung, wie gebaut wird. Das wird vermutlich noch in diesem Herbst geschehen.
Hintergrund: Wegen Neubauten auf der östlichen Flughafenseite wird dort die Fläche knapp, auf der Flugzeuge über Nacht oder auch für länger geparkt werden können. Denn 14 Parkplätze mussten dort weichen. Für die braucht man jedoch dringend Ausweichfläche und will sie nun auf der gegenüber liegenden Seite in unmittelbarer Nähe der B 8 schaffen. Teilweise ist das schon geschehen, das gesamte Projekt ist in drei Bauabschnitte aufgeteilt, von denen einer bereits realisiert ist.
Bei einer Infoveranstaltung mit dem Info-Bus an der Kalkumer Straße kam es jetzt erneut zu Protesten der Anwohner. Vor allem in Unterrath fürchten die in unmittelbarer Nähe wohnenden Menschen zusätzliche Belastungen durch Lärm und Abgase. Die Generatoren, die die am Boden stehenden Maschinen mit Energie versorgen, verursachten einen permanenten Lärmpegel, der weit zu hören sei, so die Kritik.
Zu den Kritikern dieses Projekts zählt besonders die Siedlergemeinschaft Düsseldorf-Nord in Unterrath. Ihre Siedlung wird durch die B 8 vom Vorfeld West getrennt. Sie befürchten: Die Bodenbewegungen der Flugzeuge zum Parken und die Wartungsarbeiten mit Standläufen der Triebwerke oder externer Energiererzeuger führen zu höherer Lärmbelästigung, auch in den Nachtstunden, und einer steigenden Geruchsbelästigung durch Kerosinabgase. Schon heute lägen die Bodenlärm- und Geruchsbelastungen an vielen Tagen vermutlich jenseits der Grenzwerte, so der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, Alfred Gilbers, seinerzeit in einer Stellungnahme zum Ausbau.
Dem widerspricht ein Flughafensprecher: Es gebe in der nahen Wohnbebauung "keine spürbare zusätzliche Lärmbelastung, weder durch den Rollverkehr der Flugzeuge noch durch externe Stromversorgungseinheiten", heißt es. Man erwarte außerdem keine spürbaren Auswirkungen durch Kerosin und Kohlenwasserstoffe. Dank verbesserter Triebwerkstechnik sei der Gesamtausstoß in der Vergangenheit spürbar zurückgegangen, in den vergangenen Jahren um knapp 70 Prozent, so ein Flughafensprecher.
Nach Darstellung des Flughafens ersetzen die neuen Abstellflächen lediglich bestehende beziehungsweise solche, die durch den Bau der Halle 7 durch Air Berlin weggefallen waren. "Zusätzliche Parkpositionen entstehen nicht", sagt ein Sprecher. An einer anderen Stelle könnten diese Plätze nicht entstehen, weil das Potenzial im östlichen Bereich des Flughafens ausgeschöpft sei.
Der erste, bereits im Dezember 2009 fertiggestellte Bauabschnitt dieser neuen Parkflächen umfasst rund 60 000 Quadratmeter. Die beiden anderen Bauabschnitte, um die es jetzt geht, sind zusammen rund 80 000 Quadratmeter groß. Teilweise wird dafür bisherige Grünfläche asphaltiert, sagte gestern ein Flughafensprecher.
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