Düsseldorf: Fluglärmgegner: Jets gefährden Gesundheit
VON JÖRN TÜFFERS - zuletzt aktualisiert: 17.08.2010 - 07:58Düsseldorf (RPO). Die Initiative "Bürger gegen Fluglärm" kritisiert das Projekt "Ersatzflächen Vorfeld West" auf dem Airport in Lohausen. Der Ausstoß von Kerosin und Kohlenwasserstoffen gefährde die Gesundheit von Menschen, so der Vorsitzende Christoph Lange.
Er verweist auf Studien, wonach Verbrennungsrückstände bereits im Flugzeug gesundheitsgefährdend seien. "Dann werden sie sicherlich außerhalb nicht ungefährlich sein, auch wenn die Fluggesellschaften das immer wieder behaupten", so Lange.
Der Flughafen plant, 14 neue Parkplätze in dem Teil des Geländes zu bauen, der an eine Wohnsiedlung in Unterrath heranreicht. Sie sollen Plätze ersetzen, die durch den Bau einer neuen Air-Berlin-Halle weggefallen sind. Verantwortliche im Airport-Management bestreiten spürbare Auswirkungen durch Kerosin und Kohlenwasserstoffe. Dank verbesserter Triebwerkstechnik sei der Gesamtausstoß in der Vergangenheit spürbar zurückgegangen, in den vergangenen Jahren um knapp 70 Prozent, so ein Flughafensprecher. Die nahe Wohnbebauung in Unterrath müsse außerdem "keine spürbare zusätzliche Lärmbelastung" fürchten, weder durch den Rollverkehr der Flugzeuge noch durch externe Stromversorgungseinheiten.
Das Verfahren für die Genehmigung neuer Flugzeug-Abstellflächen auf dem Airport in Lohausen tritt in die entscheidende Phase. Vom 1. September an werden die Pläne für das Projekt "Ersatzflächen Vorfeld West" für die Dauer eines Monats öffentlich ausgelegt. Auch auf den Webseiten (www.mvebwv.nrr.de) des NRW-Verkehrsministeriums können sie eingesehen werden.
Täglich mehr als 600 Flüge
Die Initiative "Bürger gegen Fluglärm" wirft der Bezirksregierung und dem NRW-Verkehrsministerium vor, die Behörden schauten bei der gesundheitsschädigenden Luftverschmutzung durch die Fluggesellschaften regelmäßig weg, obwohl mehr als 800 000 Anwohner im Umkreis des Flughafens den giftigen Stoffen der täglich mehr als 600 Flüge ausgesetzt seien. Nach Langes Ansicht werde mit zweierlei Maß gemessen: Jeder Gastronomiebetrieb, der Hygienevorschriften missachte, werde von der Gewerbeaufsicht kurzerhand an die Kette gelegt.
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