museum kunst palast will die Fotografie aus dem Rheinland dokumentieren.: Foto-Archiv zur rheinischen Kunstszene
zuletzt aktualisiert: 22.09.2003 - 11:27Düsseldorf (dpa). Ein Foto-Archiv der Kunstszene im Rheinland richtet die Stadt Düsseldorf im "museum kunst palast" ein. Mit dem neuen Archiv werde die Entwicklung der nordrhein-westfälischen Kunstszene seit den 50er Jahren im "Spiegel der künstlerischen Fotografie" dokumentiert, teilte der für das Archiv zuständige Kurator für moderne Kunst am "museum kunst palast", Stephan von Wiese, am Montag mit.
Eine Institution, die sich der "Dokumentationsfotografie im Rang der Kunst" widme, habe bislang in Deutschland gefehlt. Die auf 450 000 Euro veranschlagte Finanzierung der dreijährigen Aufbauphase des Archivs teilen sich je zur Hälfte die Stadt Düsseldorf und das Land mit seiner "Kunststiftung NRW".
Die ersten Ankäufe für das Archiv stammen mit rund 750 schwarz- weißen Originalabzügen von den herausragenden "Chronisten der Szene" Erika Kiffl (63), Benjamin Katz (63) sowie Manfred Leve (65). Während Leve als "ruhiger Beobachter der Fluxus-Aktionen" von Jospeh Beuys, John Cage, Nam June Paik, Mauricio Kagel und Karlheinz Stockhausen seit den späten 50er Jahren die musikalische und bildnerische Avantgarde als oft einziger fotografischer Zeitzeuge dokumentiert habe, habe Katz "stark von innen heraus partizipiert", sagte von Wiese. Sein Werk umfasse über 1 Million "Erinnerungsbilder" an die Lebensstationen von Künstlerfreunden: Marcel Broodthaers, Gerhard Richter, Sigmar Polke, Martin Kippenberger oder Markus Lüpertz.
Mit ihrer Serie "Künstler im Atelier", dem "Rundgang"-Zyklus an der Düsseldorfer Kunstakademie sowie den Dokumentationen von Gruppenausstellungen junger Kunst wie der "treibhaus"-Reihe im ehemaligen Düsseldorfer Kunstpalast ist Kiffl vertreten. Sie verstehe das Archiv als "visuelles Gedächtnis der rheinischen Kunstszene", so Kiffl zur dpa. "Es geht um das, was passiert ist. Und um dessen Stärkung." Nicht zuletzt auch der der Fotografen, denn - neben Bernd und Hilla Becher sowie den Nachfolgern aus der so genannten "Becher- Schule" ist die Position der Fotografie im Rheinland nach Kiffls Angaben stets "stark" gewesen.
Nach 1945 habe es vor allem im Rheinland eine "hohe Konzentration künstlerischer Avantgarde" gegeben, berichtete von Wiese. Ob Fluxus, ZERO oder LIDL, ob Düsseldorfer Galerien wie die von Alfred Schmela, Jean- Pierre Wilhelm oder in Wuppertal die Galerie Parnaß - die Kunstszene zwischen Düsseldorf, Köln, Krefeld, Wuppertal und dem Ruhrgebiet sei in ständiger Bewegung und Ort "Aufsehen erregender Kunstereignisse" von international renommierten Künstlern gewesen.
Ziel sei, die wichtigsten Fotografen an das Archiv zu binden, sagte von Wiese der dpa. So stünden auf einer "Wunschliste" neben Lothar Wolleh, Bernd Jansen, Hildegard Weber oder Ute Klophaus auch der als "Artonaut" berühmt gewordene Charles Wilp, die international bekannte Fotokünstlerin Katharina Sieverding aus Düsseldorf sowie der bildende Künstler Reiner Ruthenbeck.
In der Düsseldorfer Galerie Hete Hünermann werden Kiffl, Leve und Katz vom 17. Oktober an erstmals als Künstler des Fotoarchivs der rheinischen Szene präsentiert.
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