Düsseldorf: Frankonia-Objekte verzögern sich
VON MATTHIAS ROSCHER - zuletzt aktualisiert: 16.09.2009 - 07:42Düsseldorf (RPO). Der Projektentwickler kommt mit den Königskindern im Medienhafen, dem Bürohaus Panta Rhei am Flughafen und den Plänen für ein Luxus-Hotel im Andreasquartier in der Altstadt nicht so voran, wie er es sich vorgestellt hatte.
Der Projektentwickler Frankonia Eurobau ist nicht mit allen seinen Vorhaben in Düsseldorf vom Glück begünstigt. Das auch als Unternehmenszentrale für die eigene Projektentwicklung geplante Bürohaus Panta Rhei am Flughafen wird in diesem Jahr nicht mehr in Angriff genommen. Auch bei den ehrgeizigen Plänen für das Andreasquartier auf dem Gelände des bisherigen Amts- und Landgerichts in der Altstadt muss Frankonia zunächst einen Gang zurück schalten. Das vor kurzem noch ins Auge gefasste Luxus-Hotel hat nicht mehr die erste Priorität.
Für den Aufschub beider Projekte müssen gleiche Begründungen herhalten. Die Krise in der Wirtschaft hindere potenzielle Mieter daran, sich noch nicht für das Panta Rhei ("Alles fließt") im Büropark Airport City zu entscheiden. Ähnliches verlautet aus der Frankonia-Unternehmenszentrale auch zum Thema Andreasquartier: "Leider ist die Situation auf dem Düsseldorfer Hotelmarkt im Augenblick nicht so rosig."
Flughafenchef Christoph Blume bestätigt Gespräche zwischen der Immobilientochter des Airports und Frankonia "wegen einer zeitlichen Verschiebung". Baustart für das Panta Rhei wäre eigentlich noch in diesem Jahr gewesen, sagt Blume. Frankonia habe signalisiert, weiterhin interessiert zu sein. "Andererseits haben wir uns ein Rückkaufrecht einräumen lassen, denn das Grundstück soll nicht spekulativ liegen bleiben."
In der Altstadt will Frankonia-Sprecherin Anja Sturme den Bau eines Fünf-Luxus-Hotels nach dem Auszug des Gerichts "nicht ausschließen". In einem für die Immobilienmesse Expo Real Anfang Oktober in München vorbereiteten Text ist jedoch neben exklusiven Wohnungen, repräsentativen Büros sowie Gastro und Handelsflächen nur noch von "Serviced Appartements" die Rede, von Appartements also mit hotelähnlichem Service. Frankonia gibt sich zuversichtlich, nach dem Auszug von Amts- und Landgericht im Februar 2010 mit den Bauarbeiten beginnen zu können.
Die Verzögerung im Falle des geplanten Büro-Hauses am Flughafen und der mögliche Verzicht auf ein Luxus-Hotel in der Altstadt habe nichts mit schwächelnden Finanzen im eigenen Unternehmen zu tun, sagt die Frankonia-Sprecherin. Mit der Immofinanz in Wien und dem Finanzdienstleister VersAM, der die gesamten Kapitalanlagen der Provinzial Nord-West und der Sparkassen-Versicherung verwaltet, stünden Frankonia starke Partner zur Seite.
Kompliziert ist die Lage beim Projekt Königskinder im Medienhafen. Frankonia plant seit langem den Bau von 120 exclusiven Wohnungen in zwei voneinander getrennten Wohntürmen mit je 18 Stockwerken, die von zwei "Königskinderskulpturen" des Künstlers Markus Lüppertz gekrönt werden. Eine Marina mit Liegeplätzen für Motor- und Segeljachten direkt vor den Eingängen der Königskinder unterstreicht den luxuriösen Charakter der Wohnanlage. Das Problem: Der Regierungspräsident genehmigt den Plan wegen der befürchteten Belästigungen durch die Hafen-Industrie nicht. Die Stadt prozessiert gegen die Aufsichtsbehörde und erwartet laut Planungsdezernent Gregor Bonin eine Entscheidung im Herbst.
Königskinder, Andreasquartier, Panta Rhei – für Frankonia, die als Partner des Düsseldorf-Neuss-Ratinger Rhein-City-Stands diese drei Projekte in München vorstellen will, ist das Geschäft in den vergangenen Monaten nicht einfacher geworden. Beim Büroturm Sign von Star-Architekt Helmut Jahn im Medienhafen, dem Wohnprojekt Heinrich-Heine-Gärten in Oberkassel und dem Büro-Haus KWS 183 im Modeviertel Kaiserswerther Straße geht es dafür voran. Das 20 Etagen-Hochhaus soll im Frühjahr 2010 bezugsfertig sein. Für die Heinrich-Heine-Gärten, eine Ansammlung von Stadtvillen, so genannten Townhouses und Lofts auf einem ehemaligen Industriegelände an der Hansaallee sollen die Arbeiten für die Rohbauten noch bis Ende des Jahres beginnen. Und für das Bürohaus an der Kaiserswerther Straße in Pempelfort hat das Modeunternehmen Windsor bereits einen Mietvertrag über 600 Quadratmeter unterschrieben.
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