Zur Kastanie in Meerbusch-Büderich: Französisches im Stellwerk-Haus
zuletzt aktualisiert: 20.08.2008Düsseldorf (RPO). Die Schatten spendenden Kastanien haben dem Restaurant den Namen gegeben. Denn unter den alten Bäumen lässt es sich gemütlich im Sommer im Freien dinieren oder gar deftig speisen im Biergarten.
Seit zweieinhalb Monaten hat das Traditionslokal „Zur Kastanie“ einen neuen Besitzer. Und mit Steffen Anders weht ein frischer Wind in dem ehemaligen Büdericher Stellwerk-Häuschen, das direkt an der U-Bahnhaltestelle „Zum Landsknecht“ liegt. Eingerichtet mit viel Holz, hat das Restaurant den schnörkellosen Chic eines französischen Bistros.
Französisches bietet auch die Karte. Und die trägt die Handschrift von Küchenchef Dirk Hoster. Das Angebot in der Kastanie beinhaltet eine bunte Mischung. Zum einen gibt es Klassisch-Deftiges wie Weißwürstchen (4,90 Euro), kaltes Roastbeef mit Bratkartoffeln und Remouladensauce (12,50) oder Heringstipp mit Drillingen (8,90). Mit diesen Gerichten möchte man die Stammgäste des einst gut-bürgerlichen Lokals weiter locken. Bei den üppigen Salattellern kann der Küchenchef seiner Phantasie jedoch schon freien Lauf lassen, beispielsweise mit Rosmarin-Garnelen (16,50) oder Chili-Hähnchen.
Zur Kastanie, Mataréstraße 2, 40667 Meerbusch
Öffnungszeiten täglich ab 18 Uhr, sonn- und feiertags von 12 bis 22Uhr, durchgehende Küche und nachmittags Kuchen und Eis
Telefon 02132 914496
Reservierung erwünscht
Rauchen draußen
Besonderheiten die Terrasse und der Biergarten
Die Renner die Klassiker und das Schweinelendchen mit gebratenen Pfifferlingen für 11,50 Euro
Getränke Die Weinkarte hat sich spezialisiert auf bekannte Größen. Inhaber Steffen Anders möchte allerdings die Karte noch weiter ausbauen. Zahlreiche offene Weine, das 0,2-l-Glas ab 4 Euro, pro Flaschen zwischen 13,50 bis 20 Euro
Wir wählten als Vorspeise die Rahmsuppe vom Flusskrebs (5,80) und waren überrascht: eine große Portion, hüsch angerichtet und authentisch im Geschmack. Die Suppen besaß auch reichlich Krebsfleisch, das zart und saftig war – was nicht immer gelingt, weil viele Köche das zarte Fleisch zu lange garen lassen. Ein Geschmackserlebnis der besonderen Art war der badische Kartoffelsalat mit Jakobsmuscheln (12,50). Optisch auf dem Teller kaum zu unterscheiden, entfachte sich das deftige Aroma des Kartoffelsalats mit dem feinen Geschmack der Edelmuscheln voll auf der Zunge. Gewagt, aber gut.
Das Parfait von dreierlei Edelfischen (16,50) bestand aus Zander, Thunfisch und Lachs – es war leicht und locker in der Konsistenz und jeder Fisch hatte seinen Eigengeschmack behalten. Zwar lockten die Kalbsrückenröllchen mit Morchelfüllung (19,50), doch wir wählten den Kalbsrücken mit Mais-Blini (24,50). Rosa und zart das Fleisch, kross gebraten die Blini, und dazu betörte eine Kaffeesauce mit leichter Süße – wie ein kleiner Espresso.
Hoster versteht es, Produkte, die eigentlich nicht zusammenpassen, miteinander zu verbinden. Auf der Tageskarte werden wir in Zukunft sicherlich noch viele Kombinationen dieser Art entdecken. Und was das Dessert, Pflaumen-Beignet auf Chili-Kokossauce (5,50), betrifft, dafür müssen wir wieder kommen.
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