Mord in Lierenfeld: Frau erstochen – Ex-Mann in Haft
VON STEFANI GEILHAUSEN - zuletzt aktualisiert: 23.02.2011 - 16:44Düsseldorf (RPO). Zwei Tage früher als geplant ist Hassan M. in einer spanischen Zelle untergekommen. Der 42-jährige Marokkaner, der im dringenden Verdacht steht, seine frühere Lebensgefährtin Fatiha el Q. am Freitagabend in Lierenfeld erstochen zu haben, ist am Dienstag im nordspanischen Girona festgenommen worden.
Heute hätte er sich dort ohnehin zum Haftantritt melden müssen: Im Januar war er wegen eines Drogendelikts zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Er war auf Kaution frei, als er sich in Düsseldorf auf die Suche nach Fatiha el Q. machte, die Ende Oktober 2010 zu ihrer Mutter gezogen war. Sie soll vor seinen Schlägen und Drohungen geflüchtet sein, hat die Tochter der getöteten der Mordkommission berichtet.
Die hatte den gewalttätigen Ex-Mann (noch ist unklar, ob Hassan M. und Fatiha el Q. je verheiratet waren) schon früh im Visier. Denn seine Beschreibung passte auf die des Mannes, der seit Januar immer wieder in Lierenfeld nach Fatiha gefragt haben soll. Der Abgleich mit einem spanischen Polizeifoto von Hassan M. bestätigte den Verdacht.
Doch erst ein Düsseldorfer Zeuge brachte am Dienstag den Durchbruch für die Ermittler: In seinem Büro war M. wenige Stunden vor der Tat aufgetaucht, hatte seine Aufenthaltserlaubnis für Spanien als Ausweis vorgezeigt und so getan, als wolle er sich für einen Lehrgang anmelden. Beiläufig hatte er sich dann erkundigt, ob auch Fatiha el Q. zu den Teilnehmern gehörte. Als der Zeuge später vom gewaltsamen Tod der Frau erfuhr, meldete er sich bei der Kripo – und konnte den Beamten auch eine Kopie des Ausweises von Hassan M. zeigen.
Noch während Staatsanwältin Britta Schreiber den Haftbefehl beantragte, erfuhr die Mordkommission, dass M. seit Sonntag wieder in Spanien war. Daraufhin erging ein internationaler Haftbefehl – und in Girona klickten die Handschellen.
Schreiber will nun so schnell wie möglich Anklage erheben. Zwei Ermittler der Mordkommission sollen bald nach Spanien fliegen und M. verhören. Außerdem steht noch die Auswertung einer DNA-Spur aus, die am Messer gefunden wurde. Sobald die Anklage steht, sagte Schreiber gestern, werde sie sich darum bemühen, dass Hassan M. für einen Prozess nach Deutschland gebracht wird.
Eigentlich hat die Verurteilung in Spanien Vorrang, müsste M. zuerst seine Strafe wegen der Drogen absitzen. Doch bis dahin, fürchtet Schreiber, könnten Zeugen sich nicht mehr erinnern, Beweise verloren gehen. Deshalb will sie auf eine Sonderregelung drängen – schließlich geht es um ein Tötungsdelikt. Das wird zurzeit als Totschlag bewertet. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse ließen keine Mordmerkmale erkennen, so die Staatsanwältin.
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