Erstes Todesopfer in Düsseldorf: Frau stirbt in Uniklinik an Schweinegrippe
VON STEFANIE WINKELNKEMPER - zuletzt aktualisiert: 09.11.2009 - 07:18Düsseldorf (RPO). Eine 55-Jährige hat den Kampf gegen das Virus verloren. Sie ist das erste Düsseldorfer Opfer.
Eine an Schweinegrippe erkrankte Frau ist am Samstagabend im Uniklinikum gestorben. Die 55-Jährige stammte aus dem Iran und war zur Behandlung einer schweren chronischen Krankheit nach Düsseldorf gekommen. "Sie muss sich auf der Reise hierher infiziert haben", sagt Dieter Häussinger, Direktor der Klinik für Gastroenterologie und Virologie. Nach seinen Erkenntnissen liegt die Inkubationszeit für das Virus zwischen einem und sieben Tagen. Die Patientin habe im Uniklinikum rasch Symptome der Grippe entwickelt und sei positiv auf das H1N1-Virus getestet worden.
Während der gesamten vorigen Woche kämpften Ärzte auf der Intensivstation um ihr Leben. Die Patientin musste künstlich beatmet werden. Sie starb am Samstagabend gegen 18 Uhr und ist das erste Opfer der Schweinegrippe in Düsseldorf. Bundesweit erhöht sich damit die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit der Schweinegrippe auf elf. "Dieser Fall zeigt, dass gerade chronisch Kranke sehr vorsichtig sein müssen", sagt Häussinger und appelliert an die Betroffenen, sich impfen zu lassen.
Problematisch könnte die Epidemie werden, wenn immer mehr Menschen mit schweren Grippeverläufen in die Kliniken gebracht werden. Denn sie müssen an hoch spezialisierte Herz-Lungen-Maschinen angeschlossen werden, die nur in begrenzter Anzahl zur Verfügung stehen. "Extrakorporale Membranoxygenierung" heißt das Verfahren, bei dem die Maschine den kompletten Gasaustausch im Körper übernimmt. In mehreren großen Kliniken in NRW werden Schweinegrippe-Patienten bereits auf diese Weise therapiert.
"Die Idee der Grippe-Impfung ist es, dass wir dieses Problem nicht bekommen", sagt Häussinger. Er will in dieser Woche erneut medizinisches Personal fortbilden, um über die Mitarbeiter die Impfwilligkeit in der Bevölkerung zu erhöhen.
Das selbe Ziel verfolgt Heiko Schneitler, Leiter des Düsseldorfer Gesundheitsamtes. Er hatte am Wochenende erneut selbst den Kittel angezogen und mit mehreren Ärzten in einer Sondersprechstunde medizinisches Personal geimpft. 264 Mitarbeiter kamen zur dreistündigen Aktion. Insgesamt seien in der vergangenen Woche damit 1100 Menschen aus medizinischen Berufen in der Zentralen Impfstelle an der Erkrather Straße immunisiert worden. Zusätzlich hat die Uniklinik mehr als 500 ihrer Mitarbeiter geimpft. Schneitler ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden.
Er hat inzwischen beim NRW-Gesundheitsministerium um mehr Impfstoff gebeten, aber noch keine Zusage bekommen. Schneitler hofft, dass Pandemrix, das in anderen Regionen übrig bleibt, nach Düsseldorf geschickt wird. Denn von den Verantwortlichen hatte niemand damit gerechnet, dass sich so viele Pendler aus dem Umland in Düsseldorf impfen lassen. Schon in dieser Woche könnte das Pandemrix knapp werden.
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