Lauftreff: Allg. Rather TV: Jogging als Wundermittel
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 09.03.2004 - 12:47Düsseldorf (dto). Der ART besitzt in der Stadt die Laufgruppe mit den ambitioniertesten Läufern. Nicht zuletzt der zweite Platz bei der Deutschen Mannschafts-Meisterschaft im Halbmarathon im Jahre 2001 ist Ausdruck für die Stärke der Sportler um Trainer Manuel Fernandez. Die Laufgrößen stellten ihr Know-how auch in den Dienst der Allgemeinheit, bereiten Breitensportler ganz gezielt auf die Rhein-Marathons in Düsseldorf vor.
Training
dienstags, 19 Uhr, und sonntags, 10 Uhr; vom Rather Waldstadion geht es auf unterschiedlich langen Strecken in den Wald
Fernandez ist einer der Aushängeschilder des Vereins. Er gilt als das Vorbild der Läufer in der Stadt. Denn die Karriere des sympathischen Schlaks' vom Anfänger bis in die Elitegruppe Deutschlands ist einfach schier unglaublich: Erst mit 23 Jahren hatte er mühsam seine erste Jogging-Runde über drei Kilometerr gedreht. Nur acht Jahre später gehörte er mit 30:08 Minuten über zehn Kilometer und 2:18 Stunden im Marathon zu den besten Ausdauerathleten im ganzen Land.
Heute leitet er für den ART eine Gruppe Sportler, die in der Laufszene einen guten Namen haben. Dazu gehören Laufsport-Inhaber Burkhard Swara und auch Bärbvel Hausmann, die mit ihren tollen 38 Minuten auf zehn Kilometer zur nationalen Spitze in der W45-Altersklasse gehört. "Überflieger" des ART ist aber Mittelstreckler Salvatore di Dio.
"Ich bin auf der Rheinwiese getrabt und war mächtig stolz." So begann die Renn-Laufbahn des damaligen Bezirksklassen-Kickers von PSV. Bei seinem ersten Wettbewerb über die Zehn-Kilometer-Distanz benötigte er noch 57 Zeigerumdrehungen. "Auch darauf war ich stolz. Das ist aus heutiger Sicht fast eigenartig."
Aber das Lauffieber hatte ihn damals gepackt."Mit mir alleine und nur mit den Gedanken im Wald oder auf dem Feld zu sein, das ist so unendlich befreiend. Atmen, schwitzen, ankommen... Dieses Erlebnis war damals neu für mich, hatte mich gefangen genommen und ließ mich nicht mehr los." Schnell verbesserte der Ehrgeizling seinen persönlichen Rekord auf 35 Minuten, ehe 1989 dann sein sportlich bestes Jahr folgte. Der zweifache Vater blieb nur acht Sekunden unter der 30-Minuten-Schallmauer. Und mit 2:8,57 Stunden wurde er Achter bei deutschen Marathon-Meisterschaft in Kandel.
Damals trug der Techniker im Landeskriminalamt das Trikot der LG Düsseldorf, mit der er Mannschafts-Fünfter wurde. In New York rannte er als 44. über die Ziellinie, in Bremen und München als Dritter und Vierter.
Aber Fernandez sieht sich trotz seiner sportlichen Erfolge natürlich nur als "Diener der Sache". 1999 hat der Mann, der in Sevilla geboren wurde, das Training der Laufgruppe übernommen. Die Meisten bereiten sich gezielt auf Wettbewerbe über zehn und 42 Kilometer vor. Einige seiner Schützlinge trainieren fast täglich. "Aber wir freuen uns auch über jeden Anfänger", betont Fernandez, der ja selbst das beste Beispiel dafür ist, wie schnell die Entwicklung zum ambitionierten Läufer gehen kann. Dabei sei die Steigerung zum Leistungssport ja nicht unabdingbar.
"Ein aktives Leben ist die beste Möglichkeit, jung zu bleiben", sagt Fernandez, für den das "ganze Leben ein Marathon" ist. Er passt auf, dass seine Schützlinge nicht zu jenen Läufern gehören, die das gesunde Maß aus den Augen verlieren. "Es geht nicht um kurzfristige sondern um langfristige Ziele. Man kann seinen ganzen Ehrgeiz darauf verschwenden, kurzfristig einen Rekord aufstellen zu wollen. Wer aber seinen Körper bis ins Letzte ausbeutet, der wird nicht lange Sport treiben können." Zu einem bewussten Lebensstil gehöre eben auch ein ebenso bewusster Trainingssstil. "Das geht Hand in Hand."
Gemäßigtes Training hat für Fernandez die Funktion eines Stresskillers. "Dann ist Laufen auch ein Wundermittel, das Altern zu verlangsamen." Eine Weile könne man auf sportliche Ziele hinarbeiten. "Aber man kann nicht ein Leben lang der Beste sein." Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass viele starke Senioren erst in fortgeschrittenem Alter mit Sport begonnen haben, während sich erfolgreiche Hochleistungsathleten später ganz vom Sport abwenden.
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