Sport-Info Düsseldorfer Lauftreffs: ASC Düsseldorf: "Wir orientieren uns an dem Letzten"
zuletzt aktualisiert: 09.03.2004 - 13:23"Ich stand als Mitt-Vierziger am Scheideweg und musste mich entscheiden: Sollte ich weiterhin auf Dauer zwei Zentner und mehr wiegen oder etwas für meine Gesundheit tun?", erinnert sich Martin Schelauske. Die Entscheidung erleichterte ihm ganz ungewollt seine sportlich talentierte Tochter. Er begleitete sie zu den Wettkämpfen und wurde beim Korschenbroicher Citylauf schließlich "wie aus heiterem Himmel vom Laufvirus befallen". - "Ich habe dort die 80-Jährigen gesehen, die mit beeindruckender Leichtigkeit die Zehn-Kilometer-Distanz abspulten. Und da habe ich mir gedacht: Das kann ich doch auch".
Training
Teffpunkt ist die Cecilienallee unter der Theodor-Heuss-Brücke. Während der Sommerzeit geht es am Rhein entlang Richtung Kaiserswerth und in der Winterzeit Richtung Rheinturm. Zwei ausgewählte Laufbetreuer stehen zur Verfügung. Los geht es dienstags 19.15 Uhr und freitags 17.30 Uhr.
Das war 1993. Die sportliche Entwicklung des Ehrgeizlings ist seitdem sehr rasant verlaufen. Seine Marathon-Bestzeit steht heute bei 3:22 Stunden. Seinen schnellsten Halbmarathon absolvierte er in 1:29 Stunden. Bekant ist der 53-Jährige in der Stadt als Gründer und Leiter der Laufgruppe des ASC Düsseldorf. Und die liegt ihm besonders am Herzen. 1994 hob er unter dem Dach des Leichtathletikvereins ASC den Lauftreff aus der Taufe.
Seit 1995 gibt es die regelmäßige Zusammenkunft der Jogger, an der auch der ASC-Vorsitzende und "Marathon-Sammler" Karl-Heinz Keldungs teilnimmt. In den ersten Wochen und Monaten war Schelauske noch oft alleine gewesen. Doch in den vergangenen Jahren hat sich die Gruppe einen Namen gemacht. Vor allem die idyllische Runde lockt die Jogger: Zwischen zehn und 20 Läufer treffen sicch zweimal wöchentlich, um von der Theodor-Heuss-Brücke entlang des Rheins in Richtung Kaiserswerth zu laufen.
Wegen der mangelndem Beleuchtung auf dieser Strecke drehen die Jogger im Winter eine Runde in die andere Richtung, dann geht es über Altstadt-Promenade, Hafen und Oberkassel zurück nach Golzheim.
Schelauske ist es wichtig zu betonen: "Bei uns ist jeder Anfänger willkommen. Niemand fällt uns zur Last und hechelt hinterher, und sollte er noch so langsam sein.Wir orientieren uns immer am Letzten."
Wie schnell bei entsprechendem Talent und Willen der Weg vom blutigen Anfänger zum anspruchsvollen Läufer sein kann, dafür ist auch der 71-jährige Kheir Arafat ein gutes Beispiel. Der Jordanier war 2000 zur Gruppe gestoßen und nahm bereits 2001 erfolgreich am Hamburg-Marathon teil.
Schelauske geht es heute längst nicht mehr um persönliche Rekorde. "Manchmal gehe ich nur laufen, weil einem dabei Lasten abfallen und Lösungen für Probleme einfallen."
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