Günnewigs Freizeitcheck (20): Klettern und Fangen spielen auf Schloss Dyck
VON DIRK GÜNNEWIG - zuletzt aktualisiert: 29.11.2011 - 17:40Korschenbroich (RPO). Unser Freizeittester Dirk Günnewig besucht mit seiner Familie Ausflugsziele in der Region und testet sie auf Familientauglichkeit und Spaßfaktor. Sein Ziel diesmal: Schloss Dyck bei Jüchen.
Besucher des Zentrums für Gartenkunst und Landschaftskultur, Schloss Dyck, erwartet eine schöne Landschaft vor der historischen Kulisse eines Schlosses. Prinzessinnen und Nachwuchsritter können hier ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Kinder mit Holzschwert, -schild und lautem Rittergebrüll sind hier ebenso schon gesichtet worden wie Mädchen im zarten Rosa und mit feinem Handtäschchen.
Hier sind Eltern beim Fangen spielen ausnahmsweise einmal nicht im Vorteil, auch wenn sie viel größer sind als ihre Kinder: Auf dem Spielplatz ist Wendigkeit beim Um-die-Ecke-Flitzen wichtiger als lange Beine. Zudem muss man flink sein, um sich in dem Irrgarten schnell bewegen zu können.
Der Freizeittester
Dr. Dirk Günnewig ist unser Schaukelschubser, Stuntman und Kinderversteher. An den Wochenenden tourt er zusammen mit seinem Sohn (4 Jahre), seiner Tochter (1,5 Jahre) und seiner Frau durch die Region um Düsseldorf auf der Suche nach schönen Ausflugszielen. Dabei testet er für Sie Freizeitangebote für kleine Kinder. Unter der Woche arbeitet der promovierte Politikwissenschaftler im Schulministerium.
Eltern, die keine Haken wie ein Hase schlagen möchten, können im benachbarten Gastronomiebereich entspannen, während die Kinder sich beim Fangen spielen verausgaben. Bereits kleinere Kinder ab dem Laufalter können in dem Labyrinth viel erleben.
Seile laden Klettermaxe zum Balancieren ein. Sie sind auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Höhen angebracht, so dass Kinder ab sechs hier ihrem Alter entsprechend klettern können. Auch Vierjährige können schon etwas balancieren, wenn ihnen die Eltern sichernd zur Seite stehen. Der Kletterpark ist eine gute Entschädigung dafür, dass die Bäume der Anlage nicht zum Klettern freigegeben sind. Weitere Informationen zu den Klettermöglichkeiten gibt es hier und hier.
Außerdem gibt es einen Wasserspielplatz, der Gelegenheit bietet, im Matsch zu spielen, und einen Pflug im Dycker Feld, auf dem Kinder herumklettern können. Der Pflug ist vor allem für Grundschulkinder geeignet, doch auch jüngere Kinder können hier schon spielen. Wippen, Schaukeln und Sandspiele sorgen für viel Spaß. Auf den zahlreichen Wiesen ist viel Platz zum Ballspielen und Picknicken.
Für Eltern bietet das Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur viele Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens. Rund um das Schloss sind historische, aber auch aktuelle Gärten und Kulturlandschaften angelegt worden. Ein Teil des Parks, die barocke Anlage, ist rund 200 Jahre alt. Daneben gibt es einen englischen Landschaftsgarten, der zwischen 1820 und 1835 angelegt wurde (ausführliche Informationen hier).
Das breite Angebot an Gartenanlagen wird durch die Neuen Gärten im Eingangsbereich der Schlossanlage abgerundet. 20 Gärten wurden von zeitgenössischen Landschaftsarchitekten angelegt. (Mehr Informationen hier.) Bei gutem Wetter können Kinder in den Teichanlagen nach Fischen und Wasserschildkröten Ausschau halten. Spaß macht auch das Verirren und neue Wege finden im Bambusgarten, der zur Schlossanlage gehört. Die Gärten laden zu Spaziergängen ein. Das Schloss ist eine schöne Kulisse, die Fotografen begeistert.
Laut eigener Darstellung ist Schloss Dyck eines der kulturhistorisch bedeutendsten Wasserschlösser des Rheinlandes. Das Schloss ist vollständig intakt und umfasst mehrere Vorburgen und einen Wirtschaftshof. Die Geschichte der Schlossanlage geht auf das Jahr 1094 zurück. 900 Jahre war sie durchgängig im Besitz der Familie zu Salm-Reifferscheidt-Dyck.
Seit dem 17. Jahrhunderts ist das Schloss Dyck eine frühbarocke Residenz. Ende des 18. Jahrhundert wurde das Schloss zur Rokoko-Residenz entwickelt. Einige der Räume im Ostflügel sind heute als Museum für jedermann zugänglich. Die eine der beiden Ausstellungen hat die Historie des Schlosses, die andere unter dem Titel "Landschaft" die das Schloss umgebende Gartenanlage zum Gegenstand.
Im Schloss können Besucher in zwei Dauerausstellungen das Leben im 17. bis 19. Jahrhundert in der Schlossanlage kennen lernen.
An mehreren Tagen werden um 14 Uhr offene Besucherführungen im und um das Schloss angeboten. (Terminkalender siehe hier) Außerdem kann man Führungen in unterschiedlichen Sprachen und zu verschiedenen Themen buchen. (Mehr Informationen hier)
Sportliche können mit der Bahn bis zum Bahnhof Kleinenbroich fahren und die knapp zehn Kilometer zum Schloss Dyck im Wesentlichen über Feldwege radeln.
Fazit: Schloss Dyck verbindet ein Kulturerlebnis mit einem Naturerlebnis. Angesichts der Eintrittspreise ist der Besuch des Schlosses Dyck empfehlenswert, wenn nicht nur ein Spielplatzbesuch im Mittelpunkt stehen soll. Das Angebot bieten auch andere öffentliche Spielplätze, die keinen Eintritt kosten. In der Kombination mit Spaziergängen und dem Genießen schön angelegter Gärten garantiert der Besuch einen schönen Nachmittagsausflug. Die Anlage ist sehr gut gepflegt.
INFOS AUF EINEN BLICK
Adresse: Zentrum für Gartenkunst und Landschaftskultur, 41363 Jüchen ; Alternative für Navigation: Dycker Straße, 41363 Jüchen, Telefon 02182 - 824-0, E-Mail: info@stiftung-schloss-dyck.de, www.stiftung-schloss-dyck.de. Anreiseinformationen hier.
Preis: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder (7-16) 1 Euro, Kinder (unter 7) frei, weitere Tarife hier.
Öffnungszeiten: Öffnungszeiten von Schloss und Park hier.
Essen und Trinken: Mitgebrachtes darf verzehrt werden. Daneben gibt es ein Cafe, ein Restaurant mit regionalen Speisen und einen Außen-Imbiss. Mehr Informationen zum gastronomischen Angebot hier.
Wetterlage und Kleidung: Am besten bei trocknem Wetter. Vor allem in Blütezeiten ist das Schloss als Ausflugsziel besonders empfehlenswert. Bei schlechtem Wetter gibt es Unterstellmöglichkeiten. Wechselsachen nicht vergessen wegen des Wasserspielplatzes.
Alterklasse: ab Krabbelalter
Kinderwagen/Laufrad: sehr gut
Haustiere: nur angeleint
Besonderheiten: Diverse Sonderveranstaltungen, wie der Adventsmarkt (empfehlenswert). Es gibt auch ein Ferienprogramm und ein Kindergeburtstagsprogramm mit verschiedenen Themenschwerpunkten (unter anderem Hütten bauen mit Matscherei). Das Schloss Dyck ist mit seinem grünen Klassenzimmer ein außerschulischer Lernort.
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