Lauftreff: TG 81: "Laufen ist die totale Befreiung"
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 09.03.2004 - 12:33Die Pioniere des Volkslaufes in Düsseldorf sind Oberbilker: Bereits vor 28 Jahren formierten sich bei der TG 81 die ersten Läufer. Werner Barp hatte damals die Initiative ergriffen und eine Gruppe aus der Taufe gehoben. 18 Jahre lang war er dann der "Chef" der Läufer und machte sie zu einer festen Institution seines Clubs. Sein Nachfolger war der ebenfalls sehr rührige Charlie Röttgen, ehe 1999 Ursula Zilger die Fäden in die Hand nahm.
Der Verein hätte keine bessere Sportverein für diese Aufgabe finden können. Die 59-jährige Marathonläuferin verkörpert mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit förmlich das Lebensgefühl der Oberbilker Läufer. "Bei uns geht es nicht in erster Linie um Zeiten. Unser Ziel ist der Spaß an der Bewegung und die Fitness."
Wohl auch deshalb wird in kaum einer Laufgruppe sonst Geselligkeit so groß geschrieben. Aber dies liegt auch an der Tatsache, dass die Oberbilker über ein idyllisch gelegenes Vereinshaus im Volkspark verfügen und so nach den Übungseinheiten noch bei Getränken und einem Schwatz zusammen sein können. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Gruppen: Deren Mitglieder treffen sich oft im Wald und müssen nach dem Training wieder nach Hause fahren, um das verschwitzte Sportrikot gegen trockene Kleidung zu tauschen.
Training
mittwochs (Uhrzeit nach Absprache) und freitags, 17.30 Uhr, Vereinshaus am Stoffeler Kirchweg; die Gruppen drehen individuell abgestimmte Runden durch den Volksgarten
Zweimal pro Woche treffen sich die Oberbilker. "Das sind zwei sehr schöne Abende, darüber freue ich mich immer riesig", sagt Ursula Zilger. Meist kommen um die 50 Laufsüchtige. Bei schönem Wetter schließen sich auch schon einmal 100 Läufer den vier Gruppen an, die nach Leistungsvermögen der Teilnehmer getrennt sind. Zu ihnen gehört auch die Deutsche Senioren-Marathon-Meisterin Inge Fuhr.
Auch zu Wanderungen, zum Walking, zu Fahrradtouren und Bergtouren treffen sich die Schützlinge von Ursuka Zilger. Einmal jährlich verreisen sie.
Ursula Zilger kam erst im Alter von 38 Jahren zum Laufen, wollte überzählige Pfunde loswerden. "Heute kann ich nicht mehr ohne Laufen. Das ist wie eine Sucht." Eine ganze Reihe Marathonläufe hat sie bestritten, darunter den legendären 100. in Boston, den Uta Pippig gewann. Drei Mal war sie mit ihrem Mann Gerd beim New-York-Marathon dabei, lief dort 1991 ihre bisherige Bestzeit von 3:56 Stunden.
"Laufen ist die totale Befreiung", sagt Ursula Zilger. "Ich bin heute Morgen aufgestanden, 15 Kilometer gelaufen und war dabei sehr glücklich. Ich habe das Gefühl, ich habe etwas weggelaufen."
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