Lauftreff: TSV Jahn 05: Von Mensch zu Mensch
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 09.03.2004 - 12:58Düsseldorf (dto). "Eigentlich ist Laufen eine Einzeldisziplin. Aber bei uns wird daraus ein Mannschaftssport", sagt Hans-Jürgen Pfeil. Froh blickt er dabei in die Runde seiner Sportskameraden. Gemeinsam mit den mehr als 40 Läufern vom TSV Jahn Heerdt steht er mit einem Glas Apfelsaft in der Hand vor dem beschaulichen Clubhaus an der Pariser Straße. Ein Schweißtropfen hat sich an seiner Nase gebildet und tropft herab. Die Anstrengung vom gerade absolvierten Zehn-Kilometer-Lauf ist ihm deutlich anzusehen.
"Ohne meine Freunde würde ich die Strecke gar nicht schaffen", sagt Hans-Jürgen Pfeil dann. "Gemeinsam aber vergeht die Zeit wie im Fluge." Warum er die Anstrengung immer wieder auf sich lade? "Das Gefühl weicht nach einigen Minuten einem euphorischen Gefühl der Kraft und Stärke. Und das ist einfach toll!"
Jeden Sonntag trifft sich die Gruppe um Lauftreff-Leiterin Elisabeth Rendenbach an der Pariser Straße, um eine Runde entlang des Rheins zu drehen. Pfeil ist seit 24 Jahren dabei. "Ich bin der Gruppe immer treu geblieben, weil ich diese Atmosphäre von Mensch zu Mensch hier so sehr genießen kann." Und dann sagt er spaßeshalber und überspitzt: "Wir laufen sozusagen, um den Zerfall der Gesellschaft aufzuhalten. Denn hier ist alles anders." Der frühere kaufmännische Angestellte der Feldmühle kann sich noch genau an die beeindruckenden ersten Erlebnisse beim Joggen erinnern. "Die ersten Läufe waren unvergesslich. Ich habe damals erstmalig gespürt, dass die Beine zu etwas zu gebrauchen sind, als sie beim Einsteigen ins Auto zusammenzufalten."
Training
sonntags, 9.30 Uhr, Vereinshaus auf dem Sportplatz an der Pariser Straße; meist geht es auf dem Rheindeich entlang in Richtung Lörick. Die Streckenlänge ist den individuellen Bedürfnissen angepasst
Trotz der ersten Krämpfe und Muskelkater als Anfänger habe er immer große Freude gespürt. Das liege auch daran, dass beim Laufen die Seele entlastet werde. "In der Natur schüttelt man den Alltag von sich ab", erklärt Pflug. Das finden auch Erika Banse und Anke Hoffman, die zustimmend nicken. "Das Schöne an der Bewegung ist, dass ich meinen Geist freien Lauf lassen kann", erklärt Hoffmann. Sie ist Mitte 30 und gehört damit zu den Jüngsten. Senior der Truppe ist mit 85 Jahren der rüstige Rudi Seegers.
Zu den Treffs kommen seit den Anfängen in den 80er Jahren auch Elisabeth und Fritz Bramke. Sie können nicht mehr mitlaufen, versuchen aber etwas von der entspannten Atmosphäre einzufangen, die die Sportler nach ihrer Rückkehr von der Laufrunde verbreiten. Das Ehepaar hat noch die Zeit erlebt, als der inzwischen verstorbene Peter Kiene den Lauftreff 1972 aus der Taufe hob.
Training: sonntags, 9.30 Uhr, Vereinshaus auf dem Sportplatz an der Pariser Straße; meist geht es auf dem Rheindeich entlang in Richtung Lörick. Die Streckenlänge ist den individuellen Bedürfnissen angepasst.
VON FALK JANNING
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