Lauftreff: TuSa 06: Der Weg ist das Ziel
VON FALK JANNING - zuletzt aktualisiert: 09.03.2004 - 13:07"Laufen ist gesund", sagt Gunfred Schulte. Der Leiter des Lauftreffs von TuSA 06 meint dies im Brustton der Überzeugung: Denn der 66-Jährige versteht sich selbst als der wandelnde Beweis dafür, dass diese These stimmt. Er habe in jungen Jahren immer Probleme mit dem Blutdruck gehabt, erklärt er. Dann habe ihm ein Arzt - und das ist jetzt beinahe 30 Jahren her - Jogging empfohlen. So kam es, dass er in den 70er Jahren zu den Gründervätern der Laufgruppe von TuSA gehörte. Und er ist ihr bis heute treu geblieben. "Alle Symptome sind bis heute wie weggeblasen. Nie wieder habe ich seitdem Probleme mit dem Blutdruck gehabt", sagt Schulte.
Treffpunkt
mittwochs, 18.30 Uhr, Sportplatz Fleher Straße, 17 Uhr Laufgruppe Ludwig-Wolker-Anlage in Neuss. Weitere Informationen bei Maria Wehrend, 0211 / 39 69 82.
Im Jahr 2002 hat der drahtige Mann nun die Leitung der Gruppe übernommen, die in den Jahren seit der Gründung von Erwin Friedrich, Heinz Limberg und Friedhelm Kückemanns zusammen gehalten worden war. Würde jemand behaupten, Schulte hätte diese Aufgabe aus rein ideologischen Gründen übernommen, man würde ihm dies glauben. Denn für Schulte ist Laufen alles andere als eine Einzelsportart. Denn in erster Linie treibt den Lauftreffleiter das Erlebnis in der Gruppe an. "Ich glaube, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie eine Runde alleine gedreht."
Das erklärt auch, warum er dem Sport ohne einen besonderen sportlichen Ehrgeiz so lange treu geblieben ist. Viele andere treibt die Jagd nach Bestzeiten und anderen Ausdauerrekorden zu den Laufgruppen. "In den ersten Jahren hatte ich auch ein wenig von diesem Ansporn. Denn es machte enormen Spaß zu spüren, dass ich mich ständig verbesserte." Aber dann komme irgendwann der Punkt, wo das Training intensiviert werden müsse, um Steigerungen zu erzielen. Dann werde für viele aus dem Hobby Leistungssport, und sie richten ihren gesamten Tagesablauf nach den Trainingsplänen. "Da hat es dann bei mir aufgehört. Ich hatte nicht das Bedürfnis, so viel zu trainieren, dass ich meine 42-Minuten-Bestzeit auf zehn Kilometer unterbieten kann."
An welchen Lauf er sich am liebsten erinnere? Wie erwartet natürlich nicht an den mit seinem persönlichen Rekord. Schulte nennt das Sieben-Meilen-Rennen in Zons. Ein ganz spezieller Event, der für ihn wegen der geselligen Atmosphäre den Reiz ausmachte, und eben nicht von der Rekordhatz.
Schultes längster Wettbewerb war ein 21-Kilometer-Lauf. Jeder ambitionierter Läufer lande irgendwann einmal bei den 100 Kilometern von Biel oder Unna, lautet eine Regel. Schulte gehört zu jenen, auf die sie nicht zutrifft. Mit Hochachtung spricht er von Siegfried Zorawski und Erwin Friedrich, die sich schon auf diese irre Distanz eingelassen haben. Aber sein eigener Ehrgeiz ist nicht ausreichend, um diese körperliche Strapaze durchzustehen.
"Ich laufe am liebsten nur so schnell, dass ich mich mit meinen Freunden unterhalten kann", sagt er. Wenn sich die etwa 25 bis 30 Jogger an der Fleher Straße treffen, dann läuft jede Gruppe für etwa eine Stunde ihr individuelles Tempo. Während einige Sportler um Horst Gräf auf den nächsten Marathon vorbereiten und Ausflüge bis nach Grimlinghausen unternehmen, bewegen sich Schulte und seine Sportkameraden ausschließlich auf dem Rheindeich. Schulte: "Auch jeder absolute Anfänger kann da mitmachen, und dort erste Laufversuche über eine Minute unternehmen. Oder einfach nur Walken."
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